Learnings vom Wanderritt

Ängste überwinden – Träume leben

Never give up on something that you can`t go a day without thinking about.


 

Seit langer, wirklich langer Zeit ist es mir ein Bedürfnis mit meinen Pferden von der Natur umgeben zu sein. Es gab Wochen in denen ich jeden Tag ausgeritten bin um Neues zu erkunden. Ich konnte nie genug kriegen von unbekannten Pfaden, neuen Entdeckungen und dem Zusammensein mit meinem Pferd. Es war alles so wahnsinnig leicht, nicht kompliziert.. Ich konnte nur meinen Gedanken folgen ohne Ablenkungen, der ‚richtigen‘ Welt. Was ein Gefühl, den Geräuschen der Hufe meiner Yolli  auf dem Boden zuzuhören, einer Meditation ähnlich. Wunderbar, hätte man doch nur mehr Zeit…

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Dann begann ich großartige Bücher wie die von Günter Wamser , Vaile Fuchs und vielen weiteren zu verschlingen. Sie sprachen mich irgendwo tief in meinem Herzen an. So sehr das sie mich nicht mehr losließen und das über Jahre… Während ich diese Zeilen schreibe liegt ein Buch von Herrn Wamser neben mir ‚Der Abenteuerreiter‘. Freiheit, Wildnis und Natur erleben! Nach Patagonien zu reisen und dort Wildpferde zu zähmen, stand nicht auf meiner Bucketlist, jedoch war mein Traum einmal den Pacific Crest Trail zu bestreiten – Mit Pferd versteht sich! Dieser Gedanke verschob sich aber erst mal an den Rand meines Unterbewusstseins. Doch als mir klar wurde ich werde nach Frankreich gehen und das mit Pferd – warum das nicht wörtlich nehmen? Warum nicht einfach den Weg zu Fuß zurücklegen anstatt im Trailer?

Den Grund dagegen lieferte nur eine wenige Tage später eigener Körper… Er wollte leider nicht mitmachen! Es war nicht die Rechte Zeit für mein Vorhaben.

Doch auf dem Plessis angekommen und wieder fit verließ mich dieser Gedanke nicht mehr! Bis das gesamte Team bei einem gemeinsamen Mittagessen über unsere Träume und Ziele sprachen… Etwas schüchtern meldete ich mich zu Wort, dass ich schon immer einmal den PCT reiten würde, aber um erst einmal irgendwo zu beginnen und vorallem überlebenswichtige Erfahrung machen zu können, würde ich am Ende meines Aufenthaltes hier gerne wieder nach Deutschland reiten…

Doch zu dieser Zeit lag dies auf Grunde einer weiteren ‚Kleinigkeit‚ in weiter Ferne…Zwar waren ich und Tiny gesund und jeder Tag hier stärkte uns… nur leider hatte ich durch einen Sturz Ende letzten Jahres ein großes Vertrauensproblem auf ihrem Rücken! Im Klartext bedeutet das ich konnte eines meiner Pferde im Januar nicht einmal im Schritt reiten, ohne panische Angst vor einem Buckler zu bekommen. Aber ich wollte gerne mehr als 1.000 Kilometer nach Deutschland reiten… Ja ne, ist klar….

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Zu Beginn wusste ich nicht einmal wovor genau ich Angst hatte… War es mein Pferd, waren es nur meine ‚was wäre wenn Gedanken‘, der neue Platz, die Menschen um mich herum? Die Liste schien endlos, bis ich wirklich begann mich mit ihr auseinander zu setzen.

Ich arbeitete hier fast jeden Tag an meiner Angst, ich versuche mich ihrer bewusst zu machen. Denn ich bin jemand der es hasst, ja wirklich HASST, Angst zu haben. Daher wollte ich mich damit auch nicht wirklich auseinandersetzen und jedes mal reiten, redete ich mir ein. ‚Ich lebe noch also habe ich auch keine Angst mehr‘ um den nächsten Tag wieder in eine Art Schockstarre zu verfallen, wenn jemand unvermutet neben mir lostrabt oder ein Reh unseren Weg kreuzt oder, oder, oder…

Mittlerweile durch die Hilfe fabelhafter Mentoren (siehe hier, hier und hier) habe ich gelernt aus meinem Kreislauf der Angst auszusteigen. Nun kann ich wirklich behaupten, dass ich wieder REITE! Ich bin nicht mehr gelähmt von meiner Angst… JA, ich habe ein sehr sensibles Pferd, welches nicht das einfachste für mich ist und ja ich bin während meines Aufenthaltes wieder einmal gestürzt. Doch ich habe verstanden warum. Warum ich die Kontrolle verloren habe. Verstanden was ich ändern muss. Das half mir enorm! Ich habe also einmal hier gelernt was es heißt Mut zu beweisen, sich der Angst zustellen und den eigenen Träumen zu folgen.

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Schon während meines Weges aus der Angst, tüfftelte ich an einem großartigen Projekt! Erst mal nicht nach Deutschland zurück reisen. Aber nach nach Südfrankreich, dort wo die Mitreiterin lebte.  Weiterhin wollten wir nicht einfach die kürzeste Route wählen… denn diese wäre nicht viel mehr als 500 Kilometer, wir wollten die schönste (und anspruchvollste 😉 ). Daher entschieden wir uns einen weiten Schlenker durch einige Nationalparks (die wo wir Pferde mitnehmen dürfen) über den Osten Frankreiches zu reiten. Unter anderem steht auf unserer Reiseliste der höchste Berg Frankreichs.. der Mont Blanc! Welch ein Traum: aufwachen, das Zelt öffnen und diesen Riesen erblicken…

 

Und genau mit diesem Anblick beendete ich im Oktober 2016 das waghalsige Abenteuer. Der Mont Blanc schenkte Kraft!!!

 

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