Nur DU kannst die Pferdewelt verändern!

Nur DU kannst die Pferdewelt verändern!

Warum hast du eigentlich ein Pferd?

Diese Frage habe ich in 2016 das erste Mal auf einer Ebene wahrgenommen, mit der ich mich sonst nie beschäftigt hatte.

 

Denn bisher hatte ich immer geantwortet: Ich liebe meine Pferde.  Ich liebe es zu reiten. Ich liebe es Reitunterricht zu geben. Ich bin der Westernreiterei verschrieben. Ich mag es mich mit Pferdemenschen zu umgeben. Und außerdem werde ich später auf meinem Hof irgendwie mit Pferden arbeiten, daher brauch ich sie auch.

So oder so ähnlich kannst du dir meine Antworten vorstellen.

Und wenn ich dich jetzt frage, ob du dein Pferd liebst, wirst du es vielleicht auch mit einem lauten JA! beantworten können.

Doch ist dir auch aufgefallen, dass meine Punkte, ziemlich egoistisch waren? Ich wollte, dass das Pferd etwas für mich tut. Manchmal war es mir nicht so bewusst. Doch es ist der Tenor unserer Gesellschaft. Und damit N O R M A L . . .

Ich habe gestern erst wieder mit einem zauberhaften Herzmenschen darüber geredet. Ihr war aufgefallen, dass die Bedürfnisse der Pferde in ihrer Reitschule, nicht wirklich wahrgenommen werden. Doch sie war die Einzige, der das aufgefallen war. Die Pferde werden harsch ‚angesprochen‘ um zu spuren. Die Gertenhilfe ist erst ausreichend, wenn die Reitlehrerin den Schlag hören kann. Kommandos werden abgearbeitet, für Pferd und Mensch.

Und weißt du was? Auch die Menschen werden die Frage, ob sie ihr Pferd lieben mit einem riesigen JA beantworten.

Genau das ist das Paradoxe, der heutigen Zeit und es fällt mir immer noch schwer damit umzugehen. Immer wieder treffe ich auf den Reitanlagen Menschen, wo ich mich genau das Frage: Warum hat du ein Pferd.

Ein Schleich Tier hätte vollkommen ausgereicht!

Mein Coaching mit einer Kundin endet gerade, als ‚Tür frei, bitte‘ ertönt. Reinspaziert kommen 7 kleine Stöpsel, wahrscheinlich nicht älter als sechs Jahre und führen stolz ihre Shettys in die Halle. Sie strahlen förmlich von innen und stellen sich in der Hallenmitte auf. Ein Mädchen grinst mich mit ihrer Brille und dem schiefen Helm an. Unvermittelt muss ich auch lächeln. Das Herz ist bei den Kindern so weit auf, wunderschön! Doch es ist (leider) nicht deren erste Reitstunde. Denn was nun kommt habe ich noch niemals in einer ersten Reitstunde gesehen. Und ich habe viele Kinder unterstützt! Nun kommt das ’normale‘ übergestülpte Verhalten, der Erwachsenen, über die reinen Kinderherzen.

Das Mädchen, welches mich angegrinst hat, stoppt das Pferd, hierbei reißt das kleine Rapppony das Maul auf – soweit es eben geht. Eng verschnürter Nasen- und Sperrriemen hindern es natürlich daran, das es wirklich unschön wird. Die Riemen müssen auch unbedingt dran sein, um das Pony zu schützen, diese unruhigen Kinderhände, musst du verstehen…!!! Sie sitzt auf. Streichelt ihr Pony ein letztes Mal und umarmt es. Sie ist so klein, das sie kaum um den Hals rumfassen kann. Jetzt geht die Abteilung los. Sie ist die Letzte der Sieben. Ihr Pony ist nicht so schnell. Schon schlägt die Gerte zu. Beim umdrehen, zerrt sie auch noch versehentlich am Maul. Nochmal knallt die Gerte. Die Beine treten das Pferd in den Bauch.

Und es ist halb zehn in Deutschland.

Es ist normal!

Und das Mädchen wird später beim rausgehen, seiner Mama und seinem Papa erzählen, wie sehr sie ihr Pony liebt.

Eine vollkommen verrückte Welt da draußen, die wir gelernt haben anzunehmen und zu akzeptieren.

 

Als ich damals mein Longierabzeichen gemacht habe, hat mir der freundliche Richter der FN erzählt, dass die Intelligenz der Pferde mit der von vierjährigen Kindern verglichen werden kann. Wusstest du das?  Ich finde das ist der HAMMER!  Weißt du was Vierjährige alles schon können? Vor allem fällt mir sofort diese unbändige Frage Freude ein. Warum machst du das? Wieso fressen Hunde ihr Fleisch roh? Wo kommt die Welt her? (Whatt??) Wer macht morgens das Licht an?

Ich habe nur eine Frage: Warum können wir die Pferde nicht genau so behandeln?

Obwohl wir all dieses Wissen mittlerweile besitzen, wie viel Intelligenz in unseren Tieren steckt, meint Etwas in dem Menschen, das unsere Gattung etwas Besonderes ist. Und jetzt kommt mein Liebling Spruch der letzten Monate.

Es ist noch gar nicht Lange her, da hat die Welt die Frauen unterdrückt! Die Schwarzen! Sklavenhandel! Ich wurde sogar gerade darüber aufgeklärt, dass Frauen hier in Deutschland gesetzlich bis 1977 dazu angehalten waren, ihren Mann zu fragen, ob sie eine Arbeit annähmen dürften.

In vielen Filmen die unsere Vergangenheit zeigen, sehen wir wie Frauen und Farbige für weniger intelligent gehalten wurden und daher mussten sie all diese Qualen erleiden. Und Heute wissen wir. Es ist gar nicht die Wahrheit!

 

Ich bin davon überzeugt, das auch in der Pferdewelt ein Wandel begonnen hat. Und ich freue mich aus ganzem Herzen, an den Tag wo jeder aus voller Überzeugung sagen kann. Es war gar nicht die Wahrheit! Wir brauchten die Tiere gar nicht unterdrücken. Sie tun uns nichts. Die Frauen oder Farbigen haben uns ja auch nichts getan.

 

Ich wünsche mir heute von dir Nicht, dass du nun andere Menschen für ihre ‚Normalität‘ anklagst.

Ich wünsche mir das du, genau wie ich, bei dir selber beginnst. Und dir die Frage stellst: Warum habe ich mein Pferd.  Und beantworte dir die Frage selbst mit all den ehrlichen, schmutzigen Facetten die dir dabei einfallen. Bewerte diese nicht. Lass sie einfach zu. Denn wenn du aufhörst in der Vergangenheit zu verweilen, in der Zukunft zu planen und dich über die anderen ‚bösen‘ Reiter zu beklagen, dann übst du dich in Achtsamkeit. Und daraus kann deine wirkliche Kraft entstehen. Und ich bin bereit deine wundervollen Fähigkeiten zu sehen! Denn DU wirst damit die Welt verändern und das ist meine tiefste Überzeugung!

 

Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Weg in eine ’neue‘ Pferdewelt.

 

Ich wünsche dir alles Gute, auf deinem Weg, bewusst, liebevoll, zu wachsen.

 

Deine Finja

 

Ps. Heute Frage ich mich: Was kann ich für mein Pferd tun & nicht mein Pferd für mich. 

 

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