Schluss mit dem Kraftakt ums Gras!

Schluss mit dem Kraftakt ums Gras!

Es ist März.

Die Vögel zwitschern.

Die Frühlingsblüher kommen raus.

Durch die Trockenheit kann man ungewöhnlich gut abmisten.

Und dein Pferd beginnt dir den Strick auf dem gemeinsamen Spaziergang aus der Hand zu reißen.

 

Ja diese Zeit im Jahr hat wieder begonnen. Im Winter war es ruhig. Doch nun beginnt das Gerangel um das Gras.

Dein Pferd möchte doch so gerne, das süße Grün haben. Du möchtest einen entspannten Spaziergang haben. Es endet vielleicht damit, dass du dein Pferd nur noch in der Mitte der Straße laufen lässt. Vielleicht aber auch in dem du ihm mal ‚ordentlich Bescheid‘ gibst das es das nicht soll. Vielleicht joggst du jetzt auch nur noch über das leichte Grün? Oder du gehst mehr oder minder bewusst nur noch den Waldweg?

Ich werde häufig gefragt wie ich damit umgehe. Und wie (fast) immer schrecke ich vor einer allgemeingültigen Antwort zurück. Doch trotzdem möchte ich dir deine bewussten Möglichkeiten aufzählen.

Egal, ob Gras oder nicht, zu Beginn bei mir nur zwei Spielregeln an das es sich halten muss.

  1. Zieh nicht an mir!
  2. Drängel mich nicht weg!

Ich mag es einfach und unkompliziert. Und das sind meine einzigen Regeln die für alle Pferde gelten. Denn ich mag meine Füße. Meine Arme sind nicht die stärksten. Und, achja … mein Leben gefällt mir auch sehr gut. Du bemerkst es geht um Sicherheit.

Da wir mit unserem Pferd gemeinsam auf dem Spielplan stehen, gelten diese Regeln genau so für uns Menschen! Den Teil vergessen wir ja gerne mal. Dann wird da doch am Strick gezogen, wenn es zu langsam ist. Oder von der Stelle die du gerade am Putzplatz hast weggedrängelt.

Also mach dir bewusst, die selben Spielregeln für alle!

 

Das bedeutet für unser Grasthema, dass würde deine Vorarbeit stimmen, das Thema schon geklärt wäre.

Okay 295 Wörter und das Thema ist schon gegessen.

Doch die Realität sieht nun mal in vielen Fällen anders aus.

 

Denn manchmal willst du dein Pferd auch bewusst grasen lassen. Bald geht das Anweiden wieder los und da darf es dir den Strick runterreißen? Wie soll dein Pferd dich verstehen, das es manchmal okay ist und an anderen Tagen eben nicht?

 

Füge ein Zeichen oder eine Stimmhilfe ein und sei selber dabei diszipliniert. Ich war sehr unkreativ, was die Stimmhilfe angeht und sage einfach nur ‚Friss was‘. Ich bin gespannt, was es bei dir wird.

Zusätzlich dazu habe ich ein komplettes Ritual eingefügt.

So sieht es aus:

Wir sind ein Stück gegangen und meine Yolli, hat sich sehr charmant verhalten, nicht an mir gezogen. Ich suche mir ein nettes Stück aus und halte Yolli an. Ich schaue sie an und halte einfach nur meinen Handrücken vor mich. Ihre Aufgabe ist es ihn mit ihrer Nase zu berühren und abzuwarten, ob ich ‚Friss was‘ und dabei nach unten zeige. Dann lasse ich sie grasen.

 

Und dies wiederhole ich einfach, so häufig ich das Gefühl habe, ihr damit eine Freude zu bereiten. Ich habe damit nicht nur eine nette Geduldsübung eingepflegt.. Ich nehme ihr auch den ganzen Druck raus, dass sie mich die ganze Zeit beobachten muss um dann nicht doch, in einem ’schwachen‘ Moment meinerseits, den Kopf runter zu reißen.

Ich nehme deine Bedürfnisse wahr und kümmere mich um dich. Das ist es was ich ihr weitergeben möchte.

Übrigens habe ich Yolli als Beispiel genommen, weil ich in unseren 25 gemeinsamen Jahren, etwas sehr spannendes (dummes!) eingebaut habe, was ich so bei keinem anderen Pferd je wieder wahrgenommen habe.

Früher durfte sie nicht grasen! Keinen Halm! NIE! Auch nicht wenn das Gras bis zu ihrem Kopf hochstand! Ich hatte es so gelernt. Respektlos, blablabla… Dementsprechend war ich damals, meiner Meinung, zu ihr ziemlich respektlos und nicht andersrum! Und was ist dabei raus gekommen? Freiwillig ist sie nicht mehr auf Gras gelaufen! Stell dir das mal vor! Ich habe eine riesen Kraftanstrengung gebraucht um sie auf den Seitenstreifen zu zwingen.. Ja, mein kleines, introvertiertes, unsicheres Pony hat sich innerlich so sehr von mir stressen lassen, das sie gar nicht mehr dahin wollte.

Als ich es endlich bewusst wahrnahm, veränderte ich alles zu unserer beschriebenen Routine.

Mit einem selbstsicheren Pferd wird dir sowas nie passieren. Dort startet meistens nur der Krieg, wer schneller ist und mehr Kraft hat. Lass dich darauf nicht ein. Schaue dir an unter welchen Spielregeln du dich wohl fühlst und deinem Pferd die Freude bereiten kannst.

Schaue dir gerne nochmal die Tipps von Wege zum Pferd zum ähnlichen Thema an, indem du hier klickst!

 

Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Weg in eine ’neue‘ Pferdewelt.

 

Ich wünsche dir alles Gute, auf deinem Weg, bewusst, liebevoll, zu wachsen.

 

Deine Finja

 

Ps. Erst an dem Tag an dem ich auf Zucker verzichten kann, werde ich meinem Pferd das Grasen verbieten. 😉

 

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