Kannst du die Verbundenheit spüren?

Kannst du die Verbundenheit spüren?

Fast jeder, den ich kenne wünscht sich eines: mehr Vertrauen vom Pferd.

 

Bist du auch einer davon? Ich in jedem Falle.

Wo beginnt man da? Vielleicht wünschst du dir auch Übungen, die euer Vertrauensverhältnis verbessern?

Den magischen Zauberspruch, der alles verändert.

Es werden Gelassenheitsaufgaben gemacht, das Pferd ‚desensibilisiert‘.

Doch ist das wahres Vertrauen? Wahre Verbundenheit zwischen dir und deinem Pferd?

 

Hast du einen Partner zu Hause auf der Couch sitzen? Würdest du von ihm einfach so verlangen mehr Vertrauen zu haben? Und dann einige Aufgaben gemeinsam mit verbundenen Aufgaben lösen?

Fühlt sich nicht ganz stimmig an oder?

 

Ich habe in meiner gemeinsamen Zeit mit meiner Tiny auf meinem Wanderritt durch Frankreich eine ganz neue Verbundenheit spüren dürfen. Fernab aller Übungen und Techniken. Denn so hatte ich es gelernt.

Zunächst hatte ich noch das Gefühl, die gesamte Verantwortung für mich und Tiny übernehmen zu müssen – und natürlich das Packpony. Doch schon einige Tage später fühlte ich wie wir zu einer richtigen Herde wurden, zu dem jeder seinen Teil beitrug. Sie beschütze mich. Half mir, wenn ich kaum noch Leben in meinen Füßen hatte. Ich durfte mich auf Hänge hinauf ziehen durch ihre Stärke.

Und interessanter Weise denke ich nicht, dass die Übungen, die wir vorher gemacht haben uns wirklich geholfen haben.

Es war dieser erste Moment in Mitten des Waldes. Ich hatte beschlossen sie einfach von ihrem Strick zu befreien. Wir Menschen waren in Freiheit, warum nicht auch die Pferde. Diese Gelegenheit hatte ich in Deutschland nie. Wir waren mehrere Kilometer in jede Himmelsrichtung von jeder Zivilisation entfernt.

Zunächst war kein Unterschied ersichtlich. Wir gingen weiter. Schulter an Schulter. Gemeinsam. Jeden einzelnen Schritt. Wenn ich müde wurde, wurde sie langsamer. Auf Anstiegen wurden wir beide in der Anfangszeit immer schneller. Oben standen wir dann gemeinsam keuchend! 😉 Okay… Vielleicht auch nur ich, wenn ich mich recht erinnere. (&  ganz ehrlich bin)

Und irgendwann musste ich etwas länger mit dem Packpony warten. Ich werde den Moment nie vergessen. Denn Tiny schaute mich an. An dem Tag waren wir beide, noch sehr genervt von der Stute. Sie ließ keinen Baum aus um da gegen zulaufen mit all ihrem Gepäck und auch Tiny hatte sie einige Male angerempelt. Tiny schaute mich also an und ging dabei ganz langsam weiter. Als würde sie prüfen, ob ich sie aufhalten würde. Ganz langsam im Schritt entfernte sie sich. Als Rocky, das Pony fertig war, hatte Tiny sich schon bestimmt zehn Meter nach vorne geschlichen.

Ich lächelt nur vor mich hin unternahm gar nichts. 200 Meter vor uns lief ja meine Wanderkumpanin mit ihrem Pony. Tiny begann zu traben. Ich machte immer noch keine Anstalten etwas zu unternehmen, ich war im vollen Vertrauen.

Sie schlug ihren Kopf zur Freude von links nach rechts und galoppierte an! Ich machte mir in dem Moment nur Gedanken über mein Gepäck! War es wirklich fest genug? Sie kam vorne bei dem anderen Pony an und stoppte wieder. Sie schaute zu mir nach hinten. Wartete dort einen Moment mit stolzer Ausstrahlung. Und dann… Sie kam wieder zurück getrabt. Sie schenkte mir an dem Tag, das wertvollste Geschenk, welches man von seinem Pferd bekommen konnte.

Und von dort an war sie Frei. Sie genoss es aus vollen Zügen. Bestimmt 300 Kilometer, bestritten wir so. Unseren Weg durch den wunderschönen Nationalpark du Morvan, war sie fast die ganzen Tage, ohne Strick unterwegs. Ich konnte sie auf eine ganz andere Art kennenlernen. Ich hätte sonst nie gesehen wie sie wirklich ist. Morgens war sie meist einige Zeit am Seil, bis wir wieder im Wald waren und ich sie frei lassen konnte. Zunächst blieb sie fast immer im Schritt und in meiner Nähe. Später hatte sie ihren eigenen Takt. Sie trabte nach vorne. Wir Menschen liefen nämlich immer in einem großen Abstand zu einander, da wir so verschiedene Tempi hatten. Dann fraß sie einige Zeit, Gras, welches sie finden konnte, wartete bis ich wieder aufgeschlossen hatte. Noch bevor ich sie erreicht hatte, galoppierte oder trabte sie mit einer Leichtigkeit und inneren Ruhe nach vorne, die ich noch nie zuvor an ihr wahrnehmen konnte.

 

Dieses Gefühl der Verbundenheit, werde ich nie wieder vergessen. In unserem Alltag geht es unter. Hier trage ich wieder die Verantwortung, bestimme vieles. Und nur ich weiß wie unglaublich stark diese Stute auf allen Ebenen ist. Wie vertrauenswert.

 

Ich wünsche mir für dich, dass du auch einmal das Gefühl spüren darfst. Ich verrate dir jetzt schon – es wird dein Leben verändern! Für immer!

Genau deswegen bin ich auf der Suche nach DIR! Hattest du schon einen ähnlichen Moment der Verbundenheit und des tiefen Vertrauens mit deinem Pferd? Bitte berichte mir davon. Es braucht noch viel mehr von diesen Geschichten, in der heutigen Zeit. Und wenn du dir einen solchen Moment sehr gut vorstellen kannst, nur noch auf der Suche bist, welches Abenteuer, du und dein Pferd bestreiten können. Dann kommentiere mit ‚Ich und erzähle mir alles wichtige zu eurer Beziehung!‘ Ich bin gespannt auf DEINE Story!

 

Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Weg in eine ’neue‘ Pferdewelt.

 

Ich wünsche dir alles Gute, auf deinem Weg, bewusst, liebevoll, zu wachsen.

 

Deine Finja

 

Ps. Hab Mut und Vertrauen ins Unbekannte.

Comments

  • Finja Reumann | Mrz 11,2019

    Liebe Meike,

    vielen Dank für deinen Kommentar!

    Mann kann die Verbundenheit zu deinen Tieren, egal ob nun zu Monty, Ben oder den Hunden schon durch diese Zeilen spüren.

    Liebe Grüße 🙂

  • Mieke | Mrz 5,2019

    Das ist eine sehr schöne Geschichte. So voller Zufriedenheit.
    Vor kurzem durfte ich mich zu dem liegenden Pony setzen und den Kopf kraueln. Mir ist das Herz aufgegangen. Da war auch so eine Vertrautheit. Wenn ich auf dem Paddock begrüßt werde, das der Ponymann nach der Arbeit nicht das Weite sucht.
    Heute habe ich meine ehemaliges RB Pony besucht . Er war beim fressen, er sah mich und kam sofort zu mir, auch da kam eine Vertrautheit auf . Ich liebe solche Momente.
    Und das nicht nur bei Pferden, auch bei den Hunden. Auch da gibt es so viele schöne Momente.

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