Unterdrückst du auch deine Gefühle ?

Unterdrückst du auch deine Gefühle ?

Wenn wir noch in den Windeln stecken, lernen wir schon unsere Gefühle zu bewerten. Sie abzuwerten!

Vor allem aber eins – nur die ‚ guten ‚ dürfen gezeigt werden! Weinen oder gar schreien, wenn wir uns einsam fühlen wird nicht gern gesehen. Angst sollen wir auch nicht zeigen. Zusammenreißen! Vielleicht wurden wir sogar von unseren Eltern oder anderen Menschen beschimpft. Dieses Erfahrungen setzten sich fest.

Wir werden alle geboren mit einem hervorragendem Zugang zu unseren Gefühlen. Und dann werden sie durch den Umgang in unserer Gesellschaft schnell verlernt.

Dann kommst du irgendwann zu deiner ersten Reitstunde am Reitstall und auch da lernst du direkt, keine Furcht zu haben. Egal was wirklich in dir vorgeht, sollst du stets Mut für dich und dein Pferd beweisen. Und dein Pferd soll immer unter allen Umständen den Respekt vor dir wahren. Ein ganz schöner Druck lastet da auf dir…

 

Woher kommt eigentlich diese Angst Gefühle zuzulassen? Irgendwann muss ja jemand damit begonnen haben…

Wenn wir Gefühle, wie Trauer, Wut oder Scham zulassen,  befürchtet etwas in uns, dass unsere Mitmenschen uns für machtlos oder hysterisch gehalten. Kurz – nicht gut genug sind. Daher lassen wir bestimmte Gefühle, gar nicht erst zu, wenn andere Menschen in der Nähe sind.

Aber verschwinden diese Gefühle, wenn wir sie einfach unterdrücken? NEIN, keinesfalls.

Sie machen krank! Unser Immunsystem wird schwächer. Je mehr Energie wir in die Unterdrückung, dieser unliebsamen Gefühle stecken desto kraftloser werden wir.

Stell dir vor du hast einen Zwilling, und du hältst ihm die Tür zu, er bollert, da nun mit der gleichen Kraft die du auch hast, gegen und versucht reinzukommen. Es ist möglich ihn draußen zu lassen. Doch es kostet dich viel Energie und Kraft. All deine Konzentration ist darauf gepolt, diese Tür zu halten… (HODOOOR! #GoT) 😉

Daher boomt es in unserer Zeit von allerlei Krankheiten, die auf den Dauerstress deines Körpers zurück gehen.  Und es geht hierbei nur um deine unterdrückte Gefühlswelt, nicht mal um deinen stressigen termingeplagten Alltag.

 

Du darfst also lernen deine Gefühle zuzulassen! ALL deine Gefühle!

Und wenn du sie endlich zulässt, annimmst und durcharbeitest, nimmst du ihnen all den Schrecken! Und siehe da… Die ganze Energie, die du drauf verwendet hast, das Tor zu halten, ist frei. Du kannst sie nun für etwas anderes verwenden.

 

Zwei tolle Einsichten, die ich durch meine Meditationspraxis immer wieder erleben darf sind:

Ich bin nicht mein Gefühl.

Ich kann meine Gefühle nicht kontrollieren.

 

Denkst du jetzt gerade:  Doch ICH kann meine Gefühle kontrollieren?  Schau mal bewusst hin und erinnere dich dabei an das Tor. Du steckst Tag für Tag, mehr Energie in die Unterdrückung deiner Gefühle.. Ist es am Ende also nicht andersrum? Kontrollieren DICH deine Gefühle?!

Beim Pferd ist ja überall die Frage: Bewegt dich dein Pferd oder du dein Pferd…. Ich denke du weißt wo ich drauf hinaus will.

 

Ich lehne mich mal aus dem Fenster und gehe davon aus, das dir das irgendwie schon bewusst ist. Vielleicht bist du sogar schon soweit und arbeitest daran?

Doch wie ist es beim Pferd? Kannst du dort deine Gefühle kommen und gehen lassen?

Und jetzt scroll nochmal ganz nach oben… Denn meist dürfen wir hier unseren Gefühlen schon wieder nicht freien Lauf lassen, weil uns vor zwanzig Jahren mal ein Trainer gesagt hat, das Pferd gewinnt sonst die Überhand…

Interessant oder? Wer bewegt hier also wirklich wen?

Was wäre, wenn du deine Gefühle mal zulässt. Auch ganz verrückter Weise, deine Angst? Auch wenn du es eigentlich nicht darfst? Weil du ja mutig zu sein hast?

Spannender Weise geraten die Pferde (solang ich nicht kopflos reagiere) gar nicht noch mehr in Panik, wie mir immer erzählt wurde. Auch wollen sie mich dann nicht dominieren..

Wenn ich im Coaching, mit einem Kunden ,neben deren Pferd stehe und wir über Gefühle sprechen – der Mensch endlich loslässt, vielleicht fallen sogar ein paar Tränen in dem Prozess, kann das Pferd endlich Kauen. Es schnaubt häufig ab und lässt den Kopf fallen. Es entspannt!

Anders herum, wenn jemand an seinem Gefühl festhält, wird das Pferd oft ungehalten oder sogar aggressiv.

 

Ich bitte dich also heute im aller ersten Schritt, deine Gefühle wahrzunehmen. Nichts weiter, lass sie nur da sein!

 

Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Weg in eine ’neue‘ Pferdewelt.

 

Ich wünsche dir alles Gute, auf deinem Weg, bewusst, liebevoll, zu wachsen.

 

Deine Finja

 

Ps. Ist es nicht verrückt, wie viel Macht wir gerade dem geben, was wir überhaupt nicht mögen?

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