Du willst nicht Falsch machen?

Du willst nicht Falsch machen?

Alles richtig machen, nichts falsch machen… Alle großen Methoden und (viel zu) ‚erfolgreichen‘ Trainer behaupten das ja Tag ein Tag aus.

Dadurch werden wir manchmal handlungsunfähig oder?
Bin ich die Einzige die sich meist unwohl fühlt, wenn sie mit einem neuen Trainer (egal in welchem Lebensbereich) zusammenarbeitet? Die am ersten Tag zum größten Bewegungslegastheniker mutiert und Angst hat? Angst wovor?  Etwas falsch zu machen…?

Weißt du was ich an dieser Stelle immer einwerfe? Was passiert, wenn Pferde Angst haben? Können sie Neues (konstruktives) lernen?
Nein !
Bei einem Pferd versuchen wir immer so schnell wie möglich, mit der linken Gehirnhälfte zu kommunizieren. Denn hier ist ein Pferd in der ‚Logik‘ und nicht im Instinkt.

Also wurde ich also zum Bewegungslegastheniker, durch die Angst. Wäre ja praktisch, das irgendwie auszustellen.
Gut, also dürfen wir lernen keine Angst zu haben. Aber wie soll das gehen? Jetzt komme ich endlich auf den Punkt – also gleich…!

Ich denke, dass diese Tatsache, sehr eng verknüpft ist mit einem regelrechten Wahn von unachtsamen Menschen, also auch dir – wenn du es zulässt.
Dauernd muss korrigiert, kontrolliert und verändert werden! Ein Teil in uns meint, dass es unsere Umwelt verbessert und wir dadurch helfen können.

Aber ist es nicht ziemlich maßlos, das wir so andauernd wahrnehmen, dass etwas nicht genug ist.
Und vor allem spricht er deinem Gegenüber die Möglichkeiten ab, in sich selbst die Antwort ruhen zu haben und sich weiter zu entwickeln.
Und so kommst du zu deinem Richtig und Falsch Denkmuster! Wurde uns ja auch schon in der Schule beigebracht. Von Lehrern korrigiert und so wurde uns ein gewisser Wert beigemessen (Thema Selbstwert…).

Wenn wir mit einem bestimmten Wert nach Hause kamen (z.b. einem Ungenügend), machten wir selbst oder unser Umfeld uns Stress!
Sind wir noch in der Schule? Nein.
Also dürfen wir lernen uns, auch nicht mehr so zu verhalten. Beobachte dich, wenn du wieder in so ein Muster verfällst und du dabei nicht mehr die Schulbank drückst.

Wenn ich zu einem neuen Pferd- Mensch Paar fahre, habe ich als ‚Lehrer‘ ja auch keine Angst. Sonst könnte ich dich auch wirklich schlecht unterstützen…. Mir ist es ein sehr großes Anliegen, dass du zu Beginn keine Angst vor Richtig oder Falsch hast.
Ein bisschen Aufregung ist okay. Das bin ich ja auch, wenn man einen neuen Menschen kennenlernt.
Wie mache ich das?
Indem ich dich darin unterstütze bei dir zu bleiben. Der Satz: ‚Zeige mir was du an normalen Tagen schon mit deinem Pferd machst.‘ Ist vielleicht ein Einstieg dazu – bilde ich mir zumindest ein. Denn hier versuche ich dich in deine Kraft zu bringen, nicht zu versuchen meine gestellten Übungen möglichst gut (für mich) auszuführen.
Sonst habe ich ja nichts von dir. Denn du wirst nur zu einer weiteren Variante meiner Meinung.
Doch ich bemerke auch immer wieder, das sich bei manchen Menschen fast eine Enttäuschung breit macht, wenn sie zeigen sollen wie sie sind. (Verdammt – schon wieder Thema Selbstwert… Scheint essenziell zu sein.)

Also zurück zu meinem Satz. Nur dieser kann dich meistens nicht beruhigen. Entspannung sehe ich meist in deinen Zügen, in deiner Energie, wenn du beginnst mit deinem Pferd zu arbeiten. Wenn mir etwas auffällt, was ich nicht verstehe oder widersprüchlich finde, frage ich! Und ich frage nur!! Du sollst nichts verändern. Ich will nichts korrigieren. Irgendwann weiß ich, du glaubst mir das ich dich nicht in Falsch oder Richtig kategorisiere.

Dann kannst du sein! Dich und dein Pferd zeigen. Wenn du immer noch im richtig und falsch denken wärest, könntest du das gar nicht. Du wärst in einem Gedankenkonstrukt eines Anderen. Und da kann man nur begrenzt wachsen.
Ich wünsche mir für dich, das du ganz in deine Kraft kommst und nicht nur begrenzt. Das ist die Grundlage. Das Fundament von dem aus du dein 2-stöckiges Haus oder einen ganzen Wolkenkratzer aus errichten kannst. Du hast die Wahl!

Wenn dein Kopf heute also dir sagt: Du machst das falsch. Übe dich auch heute wieder als stiller Beobachter von oben. Oder noch besser… Kennst du die Omis, die hinter den Vorhängen alles beobachten was sich auf dem Parkplatz abspielt. Nennen wir sie Hildegard! Hildegard weiß besser was da draußen passiert, als du wenn du nur kurz einparkst. Sei schlau. Mache es wie Hildegard. Schau dir den ganzen Parkplatz (dich und dein Pferd im Ganzen) an, nicht nur deine Parklücke (Bewertung: Falsch). 😀

Kannst du dich an das Kennenlernen mit mir erinnern?
Kannst du in dem Kommentar, den anderen Lesern davon berichten, wie dein Gefühl am ersten Tag war? Hast du gedacht du machst alles Falsch? Was hat sich bis heute daran verändert? Kannst du dich nicht mehr an unser erstes Treffen erinnern, dann blicke mal zurück auf ein anderes Ereignis, wo eine innere Stimme gesagt hat: Das ist Falsch!

Denk bitte dran. Du kannst nicht falsch sein. Du bist du! Und du bist wertvoll. Die Welt braucht dich. Zeige dich.
Ich freue mich zu lesen, wie du die erste Begegnung mit deinem Unterrichtendem, jedweder Art empfunden hast und ob du gedacht hast, du machst alles Falsch.

 

Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Weg in eine ’neue‘ Pferdewelt.

 

Ich wünsche dir alles Gute, auf deinem Weg, bewusst, liebevoll, zu wachsen.

 

Deine Finja

 

Ps. Wenn dir niemand mehr sagt, das du etwas falsch machst – machst du dann nur noch die ‚richtigen‘ Dinge?

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