Kannst du um Hilfe bitten?

Kannst du um Hilfe bitten?

In den vergangenen Tagen ist mir aufgefallen, dass es zwei Arten von Menschen gibt. Die Einen, für die es die leichtete Sache der Welt ist, ihre Mitmenschen um Hilfe zu bitten und die anderen, für die es die größte Herausforderung überhaupt ist.

Selbst nur kurz nachzufragen, ob man das Pferd kurz halten kann, wird da schon zur Mutprobe. Lieber fahren sie Nachts um 23 Uhr nach einem langen Tag bei der Arbeit und mit den Kindern, noch selbst zum Pferd um hier auszumisten…. Verstehe mich nicht falsch, das kann viele Thematiken beinhalten, heute geht es explizit um die Hilfe.

Denn auch hier ist es häufig ein Thema aus der Kindheit… Kommst du aus einem leistungsorientierten Haushalt?
Selbst in Situationen, äußerster Ohnmacht und Überforderung kämpfen einige Menschen noch mit dem Bemühen, alles alleine schaffen zu wollen.

Und was kann dahinter stecken? Vielleicht ist es in vereinzelten Fällen wirklich mal die Eitelkeit oder der mangelnde Wille, sich eine Schwäche einzugestehen. Doch ist es nicht meistens (unterbewusst) einfach die Angst zurückgewiesen zu werden?
Wir wollen unseren Mitmenschen ja nicht zur Last fallen… Vielleicht werden wir dann weniger respektiert oder gemocht…

Ich möchte das du dir heute überlegst, ob du heut nicht einmal um Hilfe bitten kannst, vorausgesetzt du gehörst zur zweiten Kategorie. Und gerne kannst du dir vorher schon überlegen, wie du dich revanchieren kannst. Es wird dich überraschen, dich einmal hilfebedürftig zu zeigen, wird deine Beziehungen stärken. Du gibst so deinen Mitmenschen die Möglichkeit auch einmal etwas gutes zu tun.

Abschließend möchte ich dir die Geschichte mit dem Hammer von Paul Watzlawick mit auf den Weg geben.

„Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, aber nicht den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, zu ihm herüber zu gehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel. Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er „Guten Tag“ sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie Ihren Hammer“. “

 

Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Weg in eine ’neue‘ Pferdewelt.

 

Ich wünsche dir alles Gute, auf deinem Weg, bewusst, liebevoll, zu wachsen.

 

Deine Finja

 

Ps. Auch die anderen kochen nur mit Wasser…

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