Author Archive Finja Reumann

Warum machen jetzt alle in ätherische Öle?

 

Wenn ihr mit offenen Ohren durch die Welt geht, könnt ihr sie ja gar nicht mehr verschließen. So laut sind die Stimmen der neuen Superfoods, Nahrungsergänzungen und der ätherischen Ölen. Auch vor dem Pferdestall machen sie nicht halt.  Der Osteopath, der Heilpraktiker und nun auch ich!

Warum das denn nun?

Letztes Jahr war mein Standpunkt dazu noch sehr anders! Hätte mich jemand gefragt, so hätte ich geantwortet: “ So etwas brauche ich nicht. Ich bin doch gesund und meine Pferde sind nie Krank! Welch Geldverschwendung! Außerdem macht das gerade jeder und da mit möchte ich partout nichts zutun haben. “

Und heute umfasst mein Regal, mehr als 100 ätherische Öle und aus jeder Hosentasche kann ich eine kleine Flasche zaubern.

Was ist denn in der Zwischenzeit passiert???

Ich habe feststellen müssen(!!!), das zwischen eigentlich nichts zu haben und fit, vital und wach sein, ein Himmel-und-Höllen-weiter Unterschied liegt. Hat mich nur einfach früher nicht interessiert.. Ging ja einfach so, auch halt… War halt nur ein bisschen blöd in jeder freien Tagesminute mich nach einem Bett umzuschauen – oder Autositzen! Die taten es auch.

Aber ich war ja gesund!

Und auf meinem täglichen Spaziergang zu gehen… Nun ja, wenn ich nicht gerade irgendwo gesägt habe (siehe oben), dann hatte ich eher wenig die Lust am Ende des Tages, mir die Zeit für mich zu nutzen. Denn die Facebook Timeline und das Bett (aus o.g. Gründen) waren doch auch nett.

Aber das ist ja normal, machen alle, war ja gesund!

Freunde treffen trat in den Hintergrund. Menschen sah ich ja genügend am Tag und alle waren ja nett. Her mit euren schweren Themen – ICH kann noch tragen. Nein, nein, abnehmen brauch auch keiner was. Ich kenne das schon.

Aber wer braucht schon treffen mit realen Freunden – sind ja auch alle bei WhatsApp, Facebook & Co. Machen alle! Ich bin gesund!

Nein! Das Einzige was ich nicht war Krank und das auch nur weil mir beigebracht wurde: „Krank ist man wenn man mit 40° im Bett liegt oder das Bein gebrochen hat.“

Gerade wir Pferdemenschen, nehmen das noch später für uns selbst wahr oder? Erst die Vierbeiner, dann die von anderen, dann Hund, Katze, Maus, dann ….. Und dann irgendwann fällt einem auf das man nicht mehr so viel Zeit fürs eigene Pferd hat, weil man den ganzen Tag schlafen möchte.

Als ich begonnen habe mit den ätherischen Ölen zu arbeiten, da habe ich zunächst nur wenige Öle für mich gehabt. Nur sechs Wochen später, hatte ich aber schon in einen Raindrop Massage Kurs und die passenden 9 Öle investiert. Ich konnte meine Stuten damit ideal beim Fellwechsel unterstützen.

Für meine Älteste, ist es jedes mal wieder spannend zu beobachten, wie die Raindrop einer Verjüngungskur ähnelt.

Und für alle drei ist es einfach wunderbar entspannend. Bis in die tiefsten Ebenen des Körpers. Als ich sah wie die Pferde immer näher an ihren inneren Balancepunkt kamen, auch ohne tägliches Training, Techniken und Tierkommunikation, war ich der ‚Magie‘ der naturreinen ätherischen Öle schon verfallen. Viele tiefen Thematiken der Pferde, die über reines Training, über Wiederholungen und Verstehen sich innerhalb Wochen oder Monate auflösten – Lösten sich nun nach Stunden oder Tagen. Klar! Nicht alle! Aber deutlich mehr als ich je zu wagen hoffte.

Für mich sind es mittlerweile viel mehr als die Öle geworden. Es ist ein Lifestyle geworden! Und er passt wunderbar zu meinem natürlichen Horsemanship Lifestyle. Nun ist er nur noch nachhaltiger und gesünder geworden. Denn ich habe ein Bewusstsein entwickeln dürfen, was es heißt G E S U N D zu sein. Und genau das wünsche ich mir auch für dich, dein Pferd und deine Familie.

Wenn du nun wie ich zu Beginn sagst, es ist zu teuer! Versuche es hier mit: Meine Gesundheit mir die Investition nicht wert. Ich bin es mir nicht wert…

Ich bin es mir (mittlerweile) Wert!

 

 

 

Bist du zufrieden mit der Partnerschaft zu deinem Pferd?

Du strebst mit deinem Pferd eine tiefe Partnerschaft an? Du möchtest dich auf dein Pferd verlassen können? Durch Dünn und Dick gehen?

Aber es hat vor vielen unbekannten Situationen Angst oder reagiert gar panisch?

Vielleicht hast du auch Angst?

Du musstest schlechte Erfahrungen sammeln?

Du willst das jetzt angehen. Projekt Partnerschaft – sozusagen?

Wie ?

 

Ich habe eine Gute und eine Schlechte Nachricht. Welche willst du zuerst hören?

 

Du Mutige… Wirklich die Schlechte zuerst?

Okay! Dann soll es so sein.

Du bist zu spät!

Wir haben Sommer 2017 und du traust dich immer noch nicht auszureiten und am Strand entlang zureiten? Was hast du die ganze Zeit gemacht?

Erst vergangenes Wochenende wäre deine Möglichkeit gewesen. Dein Pferd und du im aufregenden Parcours zwischen bunten Wassergräben, gruseligen Flattervorhängen und steilen Bergen. Und wo warst du?

Ich hoffe du hast eine gute Ausrede parat!

 

Und nun zur guten Nachricht extra für dich.

 

Du bist zwar nicht dabei gewesen. Kannst es aber nachholen. Bei dir zuhause, mit Freunden oder auf einem meiner Kurse.

 

Die zwei Tage, auf dem supercharmanten Hof von Betty, sind nur so dahin geflogen. Mit ihrer wunderbaren Organisation und dem leckeren Essen waren Körper und Geist mehr als gesättigt.

Sechs Teilnehmerinnen und ihre Vierbeinigen Partner, waren angereist. Um genau das zu erfahren. Eine Partnerschaft mit ihrem Pferd. Und diese auf die Probe gestellt durch viele Gelassenheitsaufgaben. Zu Beginn war es mir wichtig, dass einmal der Stand reflektiert wird und eine ehrliche Zielfindung gefunden wird. So hatten wir Themen wie: Stress von meinem Pferd schneller erkennen, Mein Pferd kennenlernen oder auch wie kann ich ruhig bleiben in Stresssituationen.

Themen die auf den ersten Blick nicht viel mit den aufgebauten Hindernissen zu tun haben. Doch auf den zweiten Blick eignen sich gerade diese Aufgaben wunderbar zur Zielerreichung. Mir ist bei diesem Kursformat weniger das Durchlaufen aller Hindernisse wichtig, als viel mehr die achtsame Ausführung. Das dein Pferd auch versteht was es macht und nicht nur durchrennt.

 

Emma hat vorab das Podest schon einmal ausprobiert.

 

Zur Auswahl standen bspw. Ein Podest, Wassergräben, Planen, Pylonenaufgaben, ein Stangenmikado, enge Balon- oder Planengassen oder auch die Hügel.

Diese sind zum Liebling aller Teilnehmer verkommen. Hier konnte die Linienführung, gleichmäßiges auf und ab und der Mut der Pferde (und der Teilnehmerinnen) abgefragt werden. Zwei Bergziegen konnten entlarvt werden, ein Pferd hat das auf und ab im Rückwärtsgang erledigt und ein Baum wurde gefällt… 😉 (Keiner von denen mit Ästen und Blättern…)

Besonders schön fand ich welch großartige Horsemanship unter den Teilnehmen herrschte. Ich meine bewusst nicht die Technik. . Denn nur zwei der Damen unterrichtete ich schon vorher. Die anderen hatten eine andere Kommunikation zu ihrem Pferd. Doch überall sah man nur entspannte Pferde. Selbst der Wallach, vor dem noch gewarnt wurde, da er wohl lange Hengst war und auch im Deckeinsatz war, meisterte die Aufgaben mit Bravour und war nach einer kleinen Eingewöhnungsphase voll bei seiner Besitzerin. Die liebevolle, feinfühlige Kommunikation der beiden die schon bei ihnen zuhause herrschte, konnten sie also in die fremde Umgebung mitbringen.

Der Herr hatte aber auch so seine charmanten Extrawünsche…

 

Eine Pyjama Party musste her!

 

Und ein Mensch musste dabei sein.

Kein Witz! Sobald es abends ruhiger wurde und alle Menschen gegangen waren (die pferdige Nachbarin war noch immer da), außer der fleißigen Betty – wurde er unruhig. Immer wenn sie um die Ecke ging, setzte bei ihm der Stress ein.

Kurzum Schlafsack und Matratze raus und im Hänger einquartiert. Und siehe da… Ein entspannter Wallach… Merkartig…. 😉 Aber okay.. jedem Kunden seine Spezialwünsche lassen.

Eine ungeplante Hängereinheit kam, dann auch noch dazu… Hat mich persönlich sehr bewegt.

Denn die Situation erinnerte mich stark an meine mit Alba.

Auch dieses Pferd hat ein starkes Trauma IM Hänger.

NICHT beim raufgehen.

Daher bedanke ich mich recht herzlich für diese Erfahrung – Speziell auch die am Sonntag Abend.

Aber nicht nur dafür!

Ich möchte mich bei jedem der Teilnehmen, der Zuschauer, der kleinen Martha, der fabelhaften Pferde, der reibungslosen Organisation und natürlich Betty und Triloff für all Ihre Mühe danken. Ich hatte sauviel Spaß mit euch, habe sehr viel von euch gelernt und bin abends müde ins Bett gefallen.

Da es uns so gefallen hat, haben wir auch schon besprochen, weiter zu machen. Diesmal soll es in Holtsee um Theorienachmittage ohne Pferd gehen, in denen wir uns mit allerlei Themen rund um Achtsamkeit, herzliches Horsemanship und Tierkommunikation beschäftigen.

Wenn du dich jetzt angesprochen fühlst oder auch noch eine Themenidee hast melde dich doch gerne bei mir.

 

Happy horses, happy humans!

Eure

Finja

 

Übrigens die schlechte Nachricht könnt ihr selber verändern. Ein ähnliches Kursformat ist für den Pinneberger Raum geplant! Also los!

 

 

Sei dieses Mal nicht zu spät dran.

Ändere jetzt etwas!

Vom Lehrer zum Schüler – akademische Reitkunst

Wer mich kennt wird sich fragen wie zum Teufel ich auf ein Seminarreihe über die Ausbildung der Pferde (und Menschen) nach akademischen Grundsätzen gekommen bin…

Hier eine kleine Geschichte dazu.

 

 

Wer kennt es?

Diese endlose Sattelproblematik?

Der eine Sattler sagt passt, der andere passt nicht.
Dann soll der Sattel passen, aber Frau Pferd gefällt es nicht.
Dann gefällt es ihr, aber du kannst nicht drin sitzen.
Die Suche geht von vorne los und am Ende wird das kleinstes mögliche Übel genommen.

Zumindest war es bei mir so. Warum kleinstes mögliches Übel?

Obwohl ich so gerne einen Westernsattel gehabt hätte.
Habe ich nun seit 2 Jahren einen klassischen Sattel.

Kein anderes Exemplar konnte Tiny ertragen – zum Teil noch nicht einmal ohne Reiter drauf.

Meine ‚Westernreiter‘ Balance fühlte sich hierin nicht ganz so unbeschwert…

(Obwohl es ein Sattel der Marke Balance ist.. Hat also gebraucht bis er gehalten hat was er verspricht 😉 )
Mir fehlte die Sicherheit der breiten Fender und die des Hornes. 😉
Außerdem bin ich mir ‚Diamond C‘ Sätteln aufgewachsen. Und nur darin.
Es brauchte fast ein Jahr bis mein Ego es zuließ sich auf dem klassischen Sattel wohl zu fühlen. Und nicht nur das… So ganz langsam gab er zu, wie viel besser er meinem Sitz tat. (Im Vergleich zu meinen Reinern)

Kennst du das auch? Eigentlich weißt du intuitiv, dass dir etwas gut tut – aber es ist nicht der einfachere Weg und du brauchst etwas Zeit dich darauf einzustellen?

Es brauchte doppelt solang um etwas anderes Ernst zu nehmen. Nicht nur wahr zunehmen.
Meine Stute hatte 2015 einen Wunsch.

Von Außen sieht meine Tiny nach Westernpferd aus…

Sie wollte aber kein Westernpferd sein. Sie möchte klassisch ausgebildet werden. Mehrfach sah ich sie in meinen Visionen in der Levade und sogar in einer Capriole.

Änderte ich nach den Gesprächen etwas?
Ich kaufte den Sattel.
Veränderte rein gar nichts an meiner Reitweise, bildete mich einfach nur weiter auf meinem Weg.
Ich war noch nicht soweit.

Doch nun fühle ich, dass es an der Zeit ist diese Verantwortung zu übernehmen. Ich kommuniziere nicht mit Tieren um deren Bedürfnisse dann doch nicht Ernst zu nehmen.

Also lernte ich, über eine begeisterte Schülerin, Janna Behrens kennen.
Sie bildet Pferde im Sinne der klassisch-akademischen Reitkunst aus.
Im Rahmen ihrer 24-teiligen Zuschauer Ausbildungsserie, besuchte ich sie nun in Schierensee.
(Schön endlich mal wieder dort gewesen zu sein. Es hat sich so vieles verändert.)

Durch den jederzeit möglichen Quereinstieg, durfte ich bei dem vierten Thema teilnehmen.

Varianten der Bodenarbeit – Entdecke verschiedene Führpositionen

Was war mein leichtfertiger erster Gedanke noch bevor ich da war?

Ah ja – Bodenarbeit kann ich.. Naja irgendwo muss man ja einsteigen..

Die nächsten Seminare werden mir mehr Neues bringen.

Meine Güte kann man sich selbst überschätzen. Western-, sowie Horsemanshipansätze, ähneln sich vielleicht ein wenig, aber alles wissen??

Ha Ha Ha!

 

So war mein Gedanke 5 Minuten nach Kursbeginn:
Diese Ansätze gibt es auch noch bei der Bodenarbeit?

Warum weiß ich davon nichts?

Ich fühle mich wie der letzte Anfänger!

Was mache ich hier?

Wieso weiß Janna dass ich Unterricht gebe? (Lieber würde ich mich jetzt als Einsteiger geben, bei dem es logisch ist, dass da noch kaum Wissen ist)

Wo kann ich mich verstecken?

Ich muss unbedingt ein Buch zum Lückenfüllen erwerben…
Ihr seht meine Ängste ’nicht gut genug zu sein‘ hatten mal wieder ihren großen Auftritt.


Lange, lange habe ich mich bei einer ‚Pferdefortbildung‘ nicht mehr so unsicher gefühlt.
Ich habe mich wohl ganz bewusst in meiner Comfortzone der Pferdeszene aufgehalten.

Da wo ich Sicherheit habe, dort wo ich schon vieles weiß und immer weiter vertiefe.
Doch wenn du das tust, was du immer tust, bekommst du auch nur das was du schon hast.
Will ich das?
Nein !
Also rein in das Ungewohnte. Rein in das Neue. Rein in das Unsichere.

 

Nach dieser inneren Auseinandersetzung, lies ich all die neuen Einflüsse auf mich einströmen.

Und füllte meine innere Wissensdatenbank auf.

(Die ersten 15 Minuten ausnehmend)

Unvoreingenommen.
Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, welches die vier Führpositionen, bestaunt wie ein unbekanntes, faszinierendes Tier.

 

Ich fühlte, dass ich genau richtig war.

 

Bevor Janna mit ihrem Odin uns die Positionen zeigte. Durften wir selber erst einmal überlegen… Wo befindet sich der Mensch, während der Bodenarbeitsposition, Handarbeitsposition, Langzügelposition oder der Longenposition?

Die Longenposition ist die bei mir wahrscheinlich am meisten Genutzte . Doch in meinem Alltag gibt es zu dieser nur die Führposition und beides verwende ich in verschiedenen Distanzen und Zonen am Pferd.
Also erst einmal an die neuen Begriffsbestimmungen gewöhnen.

Besonders freute ich mich über die feinfühlige, positive Arbeit Jannas mit Odin. So konnte sie die Führpositionen sehr gut veranschaulichen. Wunderschön zeigte sie Veränderungen der Positionen in der Bewegung.

Ohne auch nur viele konkrete Übungen in den verschiedenen Positionen zu kennen, erarbeiteten wir uns in der Gruppenarbeit mögliche Vor- und Nachteile.

Gerade diese Aufgabe half meiner Kreativität auf die Sprünge.

Denn so konnte ich ohne die ‚richtigen‘ Antworten zu kennen, überlegen, was ich wo am Pferd am besten sehe oder beeinflussen könnte und auch wie das Pferd sich dabei fühlt.
Das konnten wir dann auch am eigenen Körper, während der People Arbeit spüren.

Hier durften wir abwechselnd Schulter, Rippenkasten, Hinterhand oder Bodenarbeiter sein.

 

Stimmig abgerundet wurde das Seminar durch gut umzusetzende Take-Home-Tips.

 

Falls du dich übrigens auch für das Angebot von Janna Behrens interessierst schau doch mal auf ihre Homepage und lass dich überzeugen!

 

Zum Abschluss ein wertvoller Satz von Janna der mir besonders im Herzen geblieben ist und für jede Pferd- Mensch Partnerschaft gleichermaßen wertvoll ist :
Unabhängig davon welche Führpostition wir nutzen, sollte das Pferd sich aus jeder, gleichmäßig in die Dynamik, sowie zur Einkehr bringen lassen.

Ängste überwinden – Träume leben

Never give up on something that you can`t go a day without thinking about.


 

Seit langer, wirklich langer Zeit ist es mir ein Bedürfnis mit meinen Pferden von der Natur umgeben zu sein. Es gab Wochen in denen ich jeden Tag ausgeritten bin um Neues zu erkunden. Ich konnte nie genug kriegen von unbekannten Pfaden, neuen Entdeckungen und dem Zusammensein mit meinem Pferd. Es war alles so wahnsinnig leicht, nicht kompliziert.. Ich konnte nur meinen Gedanken folgen ohne Ablenkungen, der ‚richtigen‘ Welt. Was ein Gefühl, den Geräuschen der Hufe meiner Yolli  auf dem Boden zuzuhören, einer Meditation ähnlich. Wunderbar, hätte man doch nur mehr Zeit…

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Dann begann ich großartige Bücher wie die von Günter Wamser , Vaile Fuchs und vielen weiteren zu verschlingen. Sie sprachen mich irgendwo tief in meinem Herzen an. So sehr das sie mich nicht mehr losließen und das über Jahre… Während ich diese Zeilen schreibe liegt ein Buch von Herrn Wamser neben mir ‚Der Abenteuerreiter‘. Freiheit, Wildnis und Natur erleben! Nach Patagonien zu reisen und dort Wildpferde zu zähmen, stand nicht auf meiner Bucketlist, jedoch war mein Traum einmal den Pacific Crest Trail zu bestreiten – Mit Pferd versteht sich! Dieser Gedanke verschob sich aber erst mal an den Rand meines Unterbewusstseins. Doch als mir klar wurde ich werde nach Frankreich gehen und das mit Pferd – warum das nicht wörtlich nehmen? Warum nicht einfach den Weg zu Fuß zurücklegen anstatt im Trailer?

Den Grund dagegen lieferte nur eine wenige Tage später eigener Körper… Er wollte leider nicht mitmachen! Es war nicht die Rechte Zeit für mein Vorhaben.

Doch auf dem Plessis angekommen und wieder fit verließ mich dieser Gedanke nicht mehr! Bis das gesamte Team bei einem gemeinsamen Mittagessen über unsere Träume und Ziele sprachen… Etwas schüchtern meldete ich mich zu Wort, dass ich schon immer einmal den PCT reiten würde, aber um erst einmal irgendwo zu beginnen und vorallem überlebenswichtige Erfahrung machen zu können, würde ich am Ende meines Aufenthaltes hier gerne wieder nach Deutschland reiten…

Doch zu dieser Zeit lag dies auf Grunde einer weiteren ‚Kleinigkeit‚ in weiter Ferne…Zwar waren ich und Tiny gesund und jeder Tag hier stärkte uns… nur leider hatte ich durch einen Sturz Ende letzten Jahres ein großes Vertrauensproblem auf ihrem Rücken! Im Klartext bedeutet das ich konnte eines meiner Pferde im Januar nicht einmal im Schritt reiten, ohne panische Angst vor einem Buckler zu bekommen. Aber ich wollte gerne mehr als 1.000 Kilometer nach Deutschland reiten… Ja ne, ist klar….

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Zu Beginn wusste ich nicht einmal wovor genau ich Angst hatte… War es mein Pferd, waren es nur meine ‚was wäre wenn Gedanken‘, der neue Platz, die Menschen um mich herum? Die Liste schien endlos, bis ich wirklich begann mich mit ihr auseinander zu setzen.

Ich arbeitete hier fast jeden Tag an meiner Angst, ich versuche mich ihrer bewusst zu machen. Denn ich bin jemand der es hasst, ja wirklich HASST, Angst zu haben. Daher wollte ich mich damit auch nicht wirklich auseinandersetzen und jedes mal reiten, redete ich mir ein. ‚Ich lebe noch also habe ich auch keine Angst mehr‘ um den nächsten Tag wieder in eine Art Schockstarre zu verfallen, wenn jemand unvermutet neben mir lostrabt oder ein Reh unseren Weg kreuzt oder, oder, oder…

Mittlerweile durch die Hilfe fabelhafter Mentoren (siehe hier, hier und hier) habe ich gelernt aus meinem Kreislauf der Angst auszusteigen. Nun kann ich wirklich behaupten, dass ich wieder REITE! Ich bin nicht mehr gelähmt von meiner Angst… JA, ich habe ein sehr sensibles Pferd, welches nicht das einfachste für mich ist und ja ich bin während meines Aufenthaltes wieder einmal gestürzt. Doch ich habe verstanden warum. Warum ich die Kontrolle verloren habe. Verstanden was ich ändern muss. Das half mir enorm! Ich habe also einmal hier gelernt was es heißt Mut zu beweisen, sich der Angst zustellen und den eigenen Träumen zu folgen.

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Schon während meines Weges aus der Angst, tüfftelte ich an einem großartigen Projekt! Erst mal nicht nach Deutschland zurück reisen. Aber nach nach Südfrankreich, dort wo die Mitreiterin lebte.  Weiterhin wollten wir nicht einfach die kürzeste Route wählen… denn diese wäre nicht viel mehr als 500 Kilometer, wir wollten die schönste (und anspruchvollste 😉 ). Daher entschieden wir uns einen weiten Schlenker durch einige Nationalparks (die wo wir Pferde mitnehmen dürfen) über den Osten Frankreiches zu reiten. Unter anderem steht auf unserer Reiseliste der höchste Berg Frankreichs.. der Mont Blanc! Welch ein Traum: aufwachen, das Zelt öffnen und diesen Riesen erblicken…

 

Und genau mit diesem Anblick beendete ich im Oktober 2016 das waghalsige Abenteuer. Der Mont Blanc schenkte Kraft!!!

 

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Darf ich mein Pferd bei der Arbeit grasen lassen?

8 Grad.

Kalt. Windig.

Bestehend aus Schal, Handschuhen und Parka kommst du zu deinem Pferd.

Du hattest gehofft das niemand am Stall ist.

Dann hättest du einfach nur kurz Hallo zum Pferd sagen können und verschwinden.

Doch nun musst du ja mit deinem Pferd arbeiten.

Du hast noch Kopfschmerzen von dem Tag.

Der Tag im Büro war stressig.

Dein Chef hat dich mal wieder angebrüllt.

Dir viel zu viel Arbeit auf den Platz gelegt.

Du willst überhaupt nichts mit deinem Pferd machen.

Doch die anderen Reiter sind da und sehen hoch motiviert aus.

Dein Pferd findet am Rand des Platzes einen Grashalm.

 

So fangen viele frustrierende Sozialpartnerschaften mit dem Pferd an.

 

Du hast gar kein Bock. Hast nur das Gefühl zu müssen. Und dann macht dein Pferd Dinge, die du überhaupt nicht ausstehen kannst.

Hast du schon einmal dein Pferd gefragt? Das hat sicherlich was besseres zu tun, als mit dir zu kommen und nach deiner Pfeife zu tanzen.

Wenn du tatsächlich dein Pferd gefragt hast – Chapeau! Ich ziehe den Hut vor dir! Du gehörst zu den ca. 5% der deutschen Pferdemenschen, die es tatsächlich auf eine Partnerschaft mit ihrem Pferd abgesehen haben. Und dabei kannst du als Mensch auch einmal den Kürzeren ziehen…

Doch warum ist das so? Warum hat kein Schwein Bock, mal sein Pferd zu fragen?

Ich denke es hat viel mit unserem fremdbestimmten Lebensmuster zu tun. Die meisten von uns gehen zur Arbeit.

 

Sonst könnten wir uns unser Hobby ja auch nicht leisten, nicht wahr?

 

Dort ist festgelegt:

Wann wir zu kommen haben.

Was wir machen müssen.

Wann wir Pausen machen dürfen.

Was wir nicht tun dürfen.

Und endlos weitere Bestimmungen …

Und innerhalb dieser ‚Regeln‘ führen wir unser Leben.

Und da unser Pferd gezwungener Maßen dort hinein gerutscht ist, wird es genauso behandelt, wie man uns behandelt.

Der Fairness halber ist es wichtig, das du dir zumindest diesen Umstand bewusst machst. Natürlich komme auch ich zu meinen Pferden, wann es mir beliebt. Ich kann ja nicht meine Arbeit sausen lassen nur weil meine Pferde am besten um 10.00 Uhr morgens drauf sind.

Doch wenn ich kurz vor der normalen Fütterungszeit komme, dann verlange ich von meinen Pferden keine Höchstleistungen. Auch wenn den mal ein Grashalm mehr genascht wird, ist es in Ordnung. Denn ich habe mein Pferd auf den Platz geschleift, mit hungrigem Magen. Mein Ziel ist dann mir die Aufmerksamkeit meines Pferdes zu verdienen. Nicht in dem ich mein Pferd hart behandle und mit Stick, Peitsche & Seil malträtiere und es mit einem Nein anbrülle.

 

Denn was soll dein Pferd lernen? Dich weniger zu mögen? Schneller zu sein als du? Angst bekommen?

 

Nein, das willst du selbstverständlich nicht. Doch warum dann? Wie erklärst du überhaupt deine Vorgabe. Du darfst nicht grasen!

Weil du es so willst? Weil es respektlos ist? Oder weil du nicht zum Arbeiten kommst?

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Häufig habe ich schon den ersten Grund gehört! Nicht nur in dem Vielfraß- grasen lassen-Zusammenhang . . .

Denke mal an Aufgaben wie diese: Schreibe den Haushaltsplan mit Buntstift noch einmal nach. Streu schon mal deine Box ein, die Stallhilfe kommt gleich zum ausmisten..

Hier würdest du auch nur mit dem Kopf schütteln. So kommt es dem Dauerfresser Pferd manchmal auch vor. Frage dich doch einmal bei jeder Aufgabe die du deinem Pferd abverlangst, warum du sie haben willst. Hast du überhaupt eine schlüssige Antwort?

Wenn du nun also gerade selber abgelenkt bist und z.B. mit deiner Nachbarin quatscht, darf dein Pferd doch gerne grasen… stören tut es dich doch nicht!

 

Das Grasen ist Respektlos . . .

Ich komme zu einer Reitstunde mit dir und esse während des gesamten Unterrichts meine Schokotorte, Biscuits und Burger. Mit vollem Mund will ich, dann von dir das du bitte Schritt- Galopp Übergänge reitest…

JA! Da stimme ich dir zu! DAS ist ziemlich respektlos!

Doch wenn ich nun zu dir komme und dich frage, ob ich schnell einen Müsliriegel essen darf, weil ich schon so lange nichts mehr hattest, wirst du mir das nicht übel nehmen.

Überlege dir in welcher Situation du mit deinem Pferd bist.. 1 oder 2 ?

Häufig sehe ich bei Menschen die ihr Pferd als respektlos anprangern, den deutlichen Spiegel bei ihnen. Also frage dich erst: Wie verhalte ich mich? Hast du dir mit deinem Pferd überhaupt schon eine vertrauensvolle und respektvolle Basis erarbeitet?

 

Der finale Punkt. Du kommst nicht zum Arbeiten, weil dein Pferd die ganze Zeit mit grasen beschäftigt ist.

Schon in diesem Satz steckt wieder die Wahrheit: Du. Wenn du eine Partnerschaftliche Beziehung mit deinem Pferd anstrebst musst du dir auch bewusst sein. Das man dafür was tun muss…

Gute Freunde laufen dir ja auch nicht auf einmal auf der Straße hinterher, oder?

Du musst lernen dir bewusst zu machen, wie es deinem Pferd gerade geht. Was du fordern kannst und was nicht. Warum es die Dinge tut. Denn wenn du nie für dein Pferd da bist bzw. nur in den gemeinsamen Sternstunden. Warum zum Teufel sollte dein Pferd dann Verantwortung für die gemeinsame Partnerschaft übernehmen?

Außerdem kannst du einen guten Blick für die ‚Anfragen‘ deines Pferdes entwickeln. Und wenn du rechtzeitig eingreifst und eine Übung machst, anstatt einer negativen Verstärkung. Wird dein Pferd ganz schnell verstehen, dass es lieber aufpassen sollte.

Und… Vor allem bist du nicht mehr so langweilig..

Tania vom Wege zum Pferd Block hat hier auch noch eine fabelhafte Sammlung an Tipps zusammengestellt wie dein Pferd nicht mehr grast.

 

Im Prinzip ist das Thema des Grasen lassen, während der Arbeit (egal ob drinnen oder draußen) etwas was du entscheiden darfst. Ich fordere dich dazu auf ganz bewusst mit dem Thema umgehen zu können. Deine Haltung zu überdenken und danach zu ihr zu stehen. Vor deinem Pferd! Und wenn du dich dazu entschließt, dass es nicht angebracht ist zu fressen. Tu etwas dafür! Und ich meine nicht wild mit dem Seil herum fuchteln! Sei frech, wild und wunderbar… Oder wie war das?  🙂

 

Frage dich warum du Dinge tust und mach es nicht einfach weil dein Stallkollegen, ihre Pferde niemals grasen lassen. Vielleicht hat es bei Ihnen ja auch andere Gründe.

Frage sie doch einmal… 😉

Und lasse kein: Weil ich es so will zu!

Sei dir selbst bewusst!

Every  day is a Chance to Change your life.


Es war ein Montagmorgen, Ende April 2014. Ich hatte endlich einen neuen Aufgabenbereich im Rathaus, der Vertrag wurde auf unbefristet verlängert. Ich musste mich nicht mehr sorgen, ich durfte mich glücklich schätzen. Ich könnte hier nun sicher in meiner Comfort Zone jeden Tag bis zum Renteneintritt sitzen, auf den Feierabend warten, genervt von Kunden sein (die ihrerseits noch genervter von den ‚Beamten‘ im Rathaus waren) und mich am Ende des Monats beschweren, das das Geld welches auf meinem Konto landete nicht genügend wäre, mich bei Schmerzen im kleinen Finger krankmelden und sich über die viele Arbeit auslassen.

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Tatsächlich sagten mir viele Menschen in dieser Zeit, dass dies eine tolle Möglichkeit wäre die ich dort bekommen hatte. Und ja ich war und bin dankbar darüber, aber diese Möglichkeit machte mich nicht glücklich. Häufig mache die Arbeit mich traurig oder gar wütend. Immer häufiger kamen Momente des Selbstzweifels, die einige Menschen auch noch stützen.

Glücklicherweise kam der Tag an dem ich einmal Abenteuerlustig sein wollte. Ich hatte mich mit einer tollen Freundin zum Bootcamp in Frankreich auf dem Haras Naturel du Plessis angemeldet. Nach diesen harten 10 Tagen arbeiten konnte ich ein überaus positives Resumee ziehen. Ich war zwar müde, aber gestärkt nach Hause gefahren. Ich wurde gelobt nach getaner Arbeit und wenn ich einen Fehler getan hatte wurde ich darauf aufmerksam gemacht und dann wurde erklärt wie ich sie effektiver gestalten konnte. Alles hatte einen Sinn und brachte mich voran!

Falls ihr nun auch Interessiert seit an einem Bootcamp auf dem Haras Naturel du Plessis, schaut hier!

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Nach dem ich wieder in Deutschland an meinem Arbeitsplatz saß, war mir klar das es für mich keine Möglichkeit mehr gäbe in diesem Arbeitsklima Fuß zu fassen. Ich sehnte mich nach mehr. Ich wollte etwas tun woran ich mich später erinnern kann und mit diesem speziellen glitzern in den Augen davon berichten.  Etwas was ich mit Stolz später meinen Kindern erzählen könnte . Könnte ich dies zu dem jetzigen Zeitpunkt behaupten? War ich stolz? Nein, ich konnte keine diesbezügliche Gefühlregung erkennen. Insgesamt zog ich eine Bilanz in der die negativen Gedanken, die positiven am Ende vieler Arbeitstage überwog. Außer den Spaß den ich  mit einigen Arbeitskollegen erleben konnte, gewann ich dem Aufenthalt alsbald nicht mehr viel ab. Doch ich benötigte noch Wochen und Monate um mir sicher zu sein, um Antworten auf meine Fragen zu finden. Doch Mitte November 2015 war es soweit ich hatte mich entschieden und stand mit dem ganzen Herzen hinter meiner Entscheidung.

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Alles war wie immer ein ganz normaler Arbeitstag, doch ich trug ein Blatt Papier bei mir.  Es war in eine einfache Handmappe geklemmt, mehr Mühe hatte ich mir bei meiner Kündigung meines absolut sicheren Arbeitsplatzes, im trockenen Büro nicht gemacht.

Nur gut einen Monat später verließ ich Deutschland. Ich wollte nun in Frankreich leben, mein Horsemanship, mein Englisch und mein Herz (be)stärken.

Die 6 wertvollsten Tipps die du zum Schlafen auf Wanderritten brauchst

Du schläfst gerne?

In deinem gemütlichen Bett mit der neuesten Schlaraffia-Matratze?

Mit Heizung?

Ohne?

Mit geöffnetem Fenster?

Mit deinem Hund auf der Decke?

Jeder hat seine persönlichen Vorlieben und man soll sich natürlich erholen können und Energie tanken für den nächsten Arbeitstag.

Sobald du in der Wildnis auf einem Wanderritt bist wird sich einiges ändern! Versprochen!

 

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1 . Für eine angenehme Bettruhe braucht es nicht viel  .  .  .

 

Es benötigt erstaunlich wenig, um es sich auch während des Wanderrittes bequem zu machen. Auf dem letzten Wanderritt haben wir uns für die Therm-A-Rest Prolite entschieden.  
Diese hier:

Es ist eine drei Jahreszeiten Matratze und bestach vor allem durch ihr Gewicht: 366 Gramm! Wenn du 10 Minuten Zeit hast bläst sie sich von selbst auf. Ansonsten kannst du ja immer nachhelfen.

Achte übrigens darauf das du das Ventil  N I C H T verschließt, wenn du warme Außentemperaturen von über 25 ° hast! Es seiden du möchtest dabei zu sehen, wie deine Matratze sich langsam weiter aufbläst und sich mit einem netten Knall verabschiedet… Das steht dir natürlich frei.

In dem gemütlichen Federgewicht Cumulus Lite Line 200 sollte es bis 4° schön muckelig sein. Soweit der Plan… beim genaueren hinsehen war deutlich, dass dies die angegebene Grenztemperatur sei und die Komforttemperatur bei 9° erreicht wurde. Tatsächlich hatte ich ihn die ersten Wochen durchgängig offen und nur als Decke locker über mich geworfen. Doch an diesen Tagen konnte ich auch schon um 07.00 Uhr meine kurzen Hosen tragen… Das hätte mir man zu denken geben sollen. Je höher wir kamen desto kälter wurde es. Und … achja … Der Winter kam…! Unglücklicherweise hatten wir nach einer sehr warmen Nacht, nur noch 2°. Nicht darauf vorbereitet, klapperten meine Zähne während der Nacht wie Espenlaub. Die folgenden Nächte waren einige Grad wärmer, doch trotz doppelten Hosen, dreifachen Pullovern und des heißgeliebten Buffs war keine Besserung zu finden. Erst einige Tage später fand ich heraus, dass ich einen Großteil meiner Körpertemperatur durch meine Hände verlor. Denn die spontane Idee die Handschuhe anzuziehen, verpasste mir die erste Nachtruhe in der ich wieder durchschlafen konnte.

 

2. Murphys Gesetz . . .

Kennt ihr das Gesetz des Marmeladenbrotes? Denn alles was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen! In diesem Fall kannst du es 1 zu 1 auf mühsam gesammelte Brombeeren umsetzen. Das bedeutet, wenn du die gesammelten Brombeeren in einer Tupperdose neben den Isomatten auf einer über 5 Hektarkoppel, mit drei Pferden, für 20 min alleine lässt, wird eine gefräßige Tiny diese Dose entdecken, alle Brombeeren essen, den Saft über die gesamte Ausrüstung verteilen und eine Isomatte zerstören.

Wenn du jetzt wissen willst wo Murphys Gesetz noch zuschlägt, dann schau doch mal bei Tim`s Seite Mymonk rein. Dort erklärt er dir auch was du tun kannst, wenn es mal wieder soweit ist …

 

3. Wo darf ich mich aufs Ohr hauen?

In Frankreich gilt: Nur mit der ausdrücklichen Genehmigung vom Grundstückseigentümer oder in ausgewiesenen Flächen, wie zum Beispiel Campingplätzen. Doch hier ist es allgemein eher schwieriger mit Pferd unterzukommen. Wir waren glücklicherweise in der Situation jeden Abend eine Koppel zur Verfügung gestellt zu bekommen und so war unser Schlafplatz auch immer gesichert, da wir im Zweifelsfall bei den Ponys auf der Weide genächtigt haben. Übrigens gibt es in jeder französischen Gemeinde einen öffentlichen Platz oder Weide auf dem man im Fall der Fälle zurück kommen kann und darf um ein nächtliches Asyl zu finden. So kamen wir auch nicht in die Verlegenheit dem Gesetz in die Quere zu kommen.

Was du aber auf deinem Wanderritt beachten musst: In Naturschutzgebieten zu schlafen ist Tabu! Und selbstverständlicher Weise achtet ihr  auf euren Müll, kein Lagerfeuer usw.

 

4. Man schläft so wie man sich bettet

Diesen Spruch solltest du bei allen Campingerlebnissen beherzigen. Wenn du am Abend nach einem geeigneten Schlafplatz Ausschau hältst, dann stelle sicher das du einen unebenen Untergrund findest. Auf Kuhweiden sah es so manches Mal auf den Ersten Blick toll aus. Und auf den Zweiten… Also nachdem das Zelt aufgebaut war… Konnte man die Klauenabdrücke deutlich im Rücken zu spüren! Übrigens kannst du auch deine Sattelunterlagen (da du dich natürlich für einen Woilach entschieden hast) unter dein Zelt oder auch nur deine Matratze tun. Ich habe durch den viel zu frühen Verlust :'( meiner Matratze praktisch den ganzen September nur auf meinem Woilach geschlafen.

Falls du Probleme haben solltest, weil du an einem leichten (!!!) Hang Unterschlupf gesucht hast, lege dir deine Matratzen so in dein Zelt das dein Kopf über deinen Füßen ist und nicht umgekehrt.

Und halte Abstand von Brombeerranken . . .

 

5. Aussicht inklusive.

Achte nicht nur drauf, auf was du schläfst,  sondern was über dir ist! Es ist eine wunderschöne Erfahrung unter dem klaren Sternenhimmel einzuschlafen und im Morgengrauen aufzuwachen. Gerade zu diesen besonderen Tageszeiten ist dir ein wunderbarer Ausblick sicher. Einmalige Aussichten die du nie mehr vergessen wirst. Die Pferde bis zum letzten Strahl der Sonne beim Grasen beobachten. Und morgens beim ersten Augenaufschlag schon erblicken ist fabelhaft. Du wirst es nie wieder vergessen.

dsc_1036Der Mont Blanc im Abendgrauen. Einfach unbezahlbar!

 

6. Wilde Pferde…

sind neugierig! Du kannst ohne weiteres mit deinen Pferden auf der selben Koppel schlafen, auch mit deinem kompletten Equipement. Wenn es möglich ist solltest du dir aber deinen abgegrenzten Bereich einzäunen. Dann passieren dir nicht so viele Malheure wie uns… Du kannst zum Beispiel deine Seile (Mecaten) zwischen Bäumen spannen oder aber auch in einer Zaunecke. Wann immer du dich dagegen entscheidest, musst du deine Ausrüstung Pferdesicher verschließen. Nach einigen Wochen sind die Pferde auch nur noch am Zelt vorbei gegangen, ohne es größerer Bedeutung zukommen zu lassen. Doch zu Beginn und beim Abendessen war das anders.. 🙂

 

Faszit

Auch bei Thema Schlaf auf Wanderritten gilt: Wie man sich bettet so schläft man auch. Daher solltest du darauf achten eine gute Ausrüstung zu haben, den Wetterfrosch im Glas und den gesunden Menschenverstand dabei. Du wirst dafür mit einem unbeschreiblichen Gefühl der Freiheit beim Aufwachen erleben, wenn deine ersten Augenaufschläge im Morgengrauen den Mont Blanc erblicken.

 

 

 

 

 

 

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