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Handelst du aus Angst oder Liebe?

Jeden Tag triffst du Entscheidungen. Du musst dich z.B. entscheiden, ob du überhaupt zum Pferd fährst.
Dann entscheidest du dich was du mit dem Pferd machst.
Du entscheidest dich für eine kurze Katzenwäsche oder der 2 1/2 Stündigen Wellness- Massageeinheit für dein Pferd. Wald oder Platz? Ausritt alleine oder mit anderen ?

Diese täglichen Entscheidungen bist du gewöhnt.. Doch je bedeutungsvoller die Entscheidung ist desto länger brauchen wir und grübeln lange drüber nach.
Soll ich alles hinschmeißen und das Pferd verkaufen oder nicht? Soll ich diesen Job annehmen oder nicht?

Wenn ich vor dieser Art von Entscheidungen stehe und nicht weite weiß, hole ich mir etwas ins Bewusstsein. Vielleicht kann es auch dir helfen…

Ich frage mich immer handle ich nun aus Liebe oder aus Angst. Ich war lange (und bin es immer noch häufig) gefangen in der Angst und das fühlt sich für mich nicht schön an. Vor allem vermisse ich dort mein Entfaltungspotential… Daher frage ich mich was würde die Liebe jetzt tun?

Das meist geführte Gespräch mit verschiedenen lieben Menschen dieses Jahr war wohl, ob sie noch weiterhin in ihrem Job bleiben sollten, obwohl er sich nicht erfüllend zeigt.
Und hier gibt es dann nach dem Liebe / Angst Spektrum, zwei verschiedene Varianten.

Ich bleibe lieber in meinem Job, weil ich ja doch nichts anderes finde. (Und dann kannst du jetzt noch eine beliebige Selbstwert zerstörende Floskel mit einbinden.. Ich bin ja nur… Ich bin schon… usw.)
Dies ist eine Entscheidung, welche aus Angst getroffen wird.

Gleiche Situation, aber aus dem Ansatz der Liebe:
Ich werde mir einen neuen Arbeitsplatz suchen, bei dem ich meine Fähigkeiten viel besser einbringen kann und endlich mein Geld mit dem was ich gern tue verbringen kann.

Wenn du jetzt, heute vor einer Entscheidung stehst, die du nicht gleich treffen kannst, frage dich jetzt:
Wenn ich mich dafür entscheide, tue ich es aus der Angst oder für die Liebe?
Wenn es die Angst ist – wovor genau!
Wenn es die Liebe ist – was liebe ich daran?

Mit diesen Gedanken, fallen mir Entscheidungen zu treffen leichter…

Stehst du gerade vor einer großen Entscheidung?

 

Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Weg in eine ’neue‘ Pferdewelt.

 

Ich wünsche dir alles Gute, auf deinem Weg, bewusst, liebevoll, zu wachsen.

 

Deine Finja

 

Ps. Es erfordert Mut & es ist nicht schlimm wenn er noch nicht da ist.

7 Impulse die du beim Pferdekauf nicht vergessen darfst

Ein neues Pferd zu kaufen – womöglich auch noch das erste – das ist eine spannende Erfahrung.

Tiefgehende Emotionen spielen eine große Rolle. Manchmal verlieren wir dann beim Anblick des imposanten Friesen oder des niedlichen Shettys unseren Fokus.

Unseren Fokus auf das was wir eigentlich brauchen und wie unsere eigene Erfahrung ist.

Damit du bestens vorbereitet dein Pferd kaufen kannst habe ich hier sieben Impulse für dich zusammen gefasst, welche dich bei deinem Pferdekauf unterstützen dürfen.

Denn viele Pferdemenschen kommen zu mir, die ihr vermeintliches Herzenspferd gefunden haben. Dies ist eine wundervolle Erfahrung. Doch wenn schon am zweiten Tag das Pferd nicht mehr so drauf ist wie bei dem Verkäufer, geraten wir ins schleudern.

Einige Menschen haben die Pferde dann wieder zurück gegeben. Andere lassen es nur noch auf der Weide stehen und wieder andere versuchen damit umzugehen – nach Bestem Wissen und Gewissen.

Heute geht es um die Vorarbeit. Überlege dir warum du ein neues Pferd kaufen möchtest. Wenn du gerne reitest, sollte dein Pferd dafür die Grundlagen mitbekommen haben.

Wenn du ein Pferd zur Persönlichkeitsentwicklung haben möchtest, darf es sein! Es darf nicht seinen Willen gebrochen haben bekommen.

Wenn du deinen Kindern eine Freude machen willst… Kauf KEIN Shetty. 😉 (Entschuldigt liebe Shetty Besitzer..) Doch ich habe in meinem Leben erst drei astreine Shettys kennen gelernt. Diese Drei nutzen es nicht aus, dass sie um einiges intelligenter sind als deine Kinder. 😀

Impuls No. 1:

Kauf kein Pferd ungesehen!

In der jüngsten Vergangenheit, hatte ich mit einer Dame zu tun die seit sechs Monaten ein Pferd besitzt. Nicht ungewöhnlich?

Sie hat es noch nie gesehen! Ja, das gibt es! Wenn man sich z.B. auf den Stammbaum verlässt. Bestimmt gibt es auch noch weitere Gründe dafür. Aber lass es nicht zu dein Pferd erst das erste Mal, den warmen Atem der Nüstern auf deinen Händen zu spüren, wenn irgendein fremder Mensch es später einmal zu dir bringt.

Vertraue nicht darauf, was andere Menschen über das Pferd sagen. Denn dies ist nur die Abbildung ihrer Realität. Ihrer Erfahrungen. Ihres Könnens. Ihres Pferdeverstandes.

Es soll doch aber dein Pferd werden.

Es gibt auch noch das zweite Extrem. Wenn du kein Fokus auf die Abstammung legst, aber dafür auf den Preis. Wenn es so billig ist, dass es das einzige ist das du dir zulegen kannst….

Spare bitte erst einmal weiter!

[Wenn du Tierkommunikator o.ä. bist… Ich habe so fantastische Geschichten von euren ersten medialen Begegnungen gehört, bevor ihr euch überhaupt Körper, zu Körper kennen lernen konntet. Das zählt für mich schon als Erstkontakt.]

Impuls No. 2:

Gerade wenn es dein Ziel ist zu reiten, nehme eine weitere Person mit.

Wir sind manches Mal von den Umständen die uns bei diesem Pferd erwarten, so überwältigt, dass wir unseren Fokus auf unsere Ziele mit einem Pferd total außer Acht lassen. Habe eine Vertrauensperson dabei, die klar im Fokus dabei bleibt. Sie kann dir helfen, hinter die wunderschönen großen Augen und das glänzende Fell hinaus zu blicken.

Impuls No. 3:

Kläre mit dem Besitzer ab, dass du bei allem dabei sein willst. Bei dem von der Koppel oder aus der Box holen.

Denn so bekommst du schon ein vollständiges Bild von deinem zukünftigen Vierbeiner. Du wirst erkennen, wenn er z.B. schwer einzufangen ist. Oder das er erst ‚ablongiert‘ werden ‚muss‘. Wie reagiert das Pferd auf das Zaumzeug oder den Sattel?

Impuls No. 4:

Lass zunächst den Besitzer Probereiten!

Denn dann kannst du gut erkennen, welche Kenntnisse dein Pferd wirklich hat. Der erste Spruch der sonst schnell fällt ist – naja er kennt dich ja noch nicht – bei mir klappt das (natürlich) gaanz einfach.

Du wirst auch erkennen, wenn dein Pferd vor dem Trecker o.ä. Angst hat. So sehr das ein Proberitt dich schon in Gefahr bringen könnte.

Impuls No. 5:

Wenn du kein Reitanfänger mehr bist, reite in allen Gangarten.

Wenn du es dich nicht bei dem Besitzer traust, warum denkst du das es zuhause besser werden würde?

Impuls No. 6:

Frage den Besitzer, ob er zunächst die Grundgangarten vom Boden zeigen kann. ALLE!

Wenn er den Galopp z.B. auslässt, warum? Geht mein Pferd auf beiden Händen?  Wenn es schon ohne Reitergewicht damit Probleme hat, was veranlasst dich zu denken, das es mit besser wird?

Impuls No. 7:

Höre auf deine Intuition.

Wenn dein Bauch sagt, es ist keine gute Idee mit diesem Pferd, das ein oder andere auszuprobieren, lass es!

Der Besitzer oder vielleicht auch deine Vertrauensperson, wird dir viele hilfreiche Tipps und Anregungen auf den Weg geben.

Doch bitte denk dran: Das sind IHRE Erfahrungen. IHR Können. IHR Gefühl. Wenn jemand sagt, du wirst dich schon dran gewöhnen. Oder das kannst du dem Pferd noch beibringen… Überlege doch mal, kann es dein Herzenspartner sein, wenn ihr euch beide Verändern müsst um zu einander zu passen?

Wenn du für dein Kind ein Pferd kaufen möchtest, achte drauf wie es sich von dem Pferd lösen kann. Wenn es soviel Spaß gebracht hat, dass du es förmlich wegschleifen musst… JACKPOT! Ihr habt Familienzuwachs.

Wenn es schüchtern und ängstlich ist, geht weiter, es ist nicht das richtige Pony.

Wenn du diesen Impulsen folgst, wird es etwas einfacher, deinen perfekten Partner zu finden.

Nun zu dir: Stehst du gerade vor einem Pferdekauf oder kennst jemanden? Dann leite ihm gerne diesen Post weiter und erzähle mir davon.

Wie war es bei deinem Pferdekauf? Was waren bei dir die wichtigen Kriterien… Die Kommentarfunktion wartet auf dich!

Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Weg in eine ’neue‘ Pferdewelt.

Ich wünsche dir alles Gute, auf deinem Weg, bewusst, liebevoll, zu wachsen.

Deine Finja

Ps. und im Zweifelsfall lässt du dich von deinem Pferd finden… 😉

Für wen übernimmst du Verantwortung?

Das Thema mit der Verantwortung… es liegt mir sehr am Herzen! Denn die meisten Menschen scheinen damit Probleme zu haben… und Pferdemenschen besonders?!

Lass mich dir zeigen was ich meine…
Schon als Kind bekommst du vielleicht ein Pflegepony oder zumindest Reitstunden, damit du schon in jungen Jahren Verantwortung übernehmen kannst. Stärkt den Charakter… etc.

 

Doch übernimmst du automatisch Verantwortung, wenn du ein Pferd hat?
Schön leicht wäre es…

Ich kann dir sagen ich habe drei Stuten und nein, Verantwortung zu übernehmen passiert nicht von jetzt auf gleich und im vollen Maße habe selbst ich es noch nicht umgesetzt.
Denn ich habe seeeeeehr oft die Verantwortung abgegeben… Mein Lieblingsbeispiel hierbei ist immer die Hufpflege. Meine Familie hatte seit (gefühlt) 20 Jahren einen Hufschmied, der war richtig gut!

Moment? War er das? Ehrlich gesagt hatte ich keinen blassen Schimmer!!!
Was ich als richtig gut bezeichnete, war die Fähigkeit, pünktlich und regelmäßig zu kommen und die Hufe sahen nicht mehr zu lang aus. Das die Pferde am selben Tag und den kommenden etwas fühlig liefen, war ja normal.
Alle unsere Pferde wurden von ihm bearbeitet, keines schien Probleme damit zu haben.

Doch wie du wahrscheinlich weißt, kam dann Tiny. Einige Sehnenschäden weiter, übernahm ich dann endlich meine Verantwortung! Denn ich habe sie beim Thema Huf immer abgegeben! Ich bin ja nur der Kunde.. ich weiß nichts über Hufe, lass das mal den Experten machen.. – hat Mama gesagt. Also ja… Die Verantwortung für die Pferdehufe hatten gleich zwei andere Menschen – meine Mama und unser Hufschmied. Mir kam es nicht für eine Sekunde in den Sinn zu fragen, warum Yolli manchmal Eisen haben sollte und manchmal nicht.

Das ist nun mein Persönlicher Aufwachmoment vor drei Jahren gewesen.. Und seit dem ich im Thema Verantwortung übernehmen die Augen weit geöffnet habe, sehe ich es überall.

Die anderen tun die Decke bei 10 ° rauf, also mache ich es auch.

Die Pferde bekommen hier alle immer Hafer, also gebe ich es auch meinem Pferd.

Der Stall ist zwar nicht gesund für mein Pferd, aber es gibt hier nichts anderes.

Mein Kind muss ihr Pony während den Unterrichtseinheiten ausbinden. Ist halt einfach so.

Der Sattel passt nicht, aber bei der Sattellage passt sowieso nicht viel.

Mein Trainer hat gesagt, dass…
Mein Tierarzt hat gesagt, dass…
Mein Osteopath hat gesagt, dass….
Mein Stallbesitzer hat gesagt, dass…
und unendlich so weiter…..

Ich möchte nun gar nicht sagen das die lieben Tipps von allen Seiten – es sind ja nun wirklich keine bösgemeinten Ratschläge- nicht richtig sind.
Doch sei achtsam dabei.

Braucht DEIN Pferd, eine Decke? Was sagt dein Gefühl dazu? Hätte es sie auf, wenn noch kein anderer sie aufhätte? Ja? Super, dann hast du selber Verantwortung übernommen!

Du bemerkst, dass dein Sattel nicht mehr passt – auch wenn dir der Sattler deines Maßsattels versprochen hat er wird die nächsten 38,2 Jahre passen – packst du ihn nicht mehr auf dein Pferd. Du findest eine Lösung, das dein Pferd wieder einen passenden Sattel hat!

Dein Osteopath/ Pysio/etc. war da und sagt dir dein Pferd geht nun schon viel besser, er muss aber trotzdem ab jetzt alle 6 Wochen bis zum Tod des Pferdes kommen? Was sagt dir dein Gefühl? Kann das der passende Therapeut für dein Pferd sein? Egal wie toll du dich mit dem Menschen verstehst und wie nett er dich angelächelt hat. Wenn dein Pferd die Woche drauf genauso schlecht läuft wie vorher, mache es dir bewusst. Verändere es!

Du allein hast die Wahl! Es steht in deiner Verantwortung. Hast du nicht das Gefühl, das dein Pferd so wichtig ist, dass es das Wert ist?

Und ja! Eigenverantwortlichkeit benötigt Mut, doch nur so kannst du den Weg selbst bestimmt gehen und dich nicht als Opfer der Ereignisse sehen.

Und ja! Es werden immer wieder Situationen kommen, in denen du dir selbst oder jemand von außen sagt: Du hast keine Ahnung von dem Thema.. Lass das den Experten machen!

Aber bitte sprich mit deinem Experten. Hole dir vielleicht einen zweiten Rat ein. (Facebook zählt nicht!) Handle!
Denn dann muss dein Pferd nicht erst, wie in meinem Fall größere Probleme mit ihrem Exterieur bekommen, als sie müsste.

Und das nur, weil ich einmal gefragt habe: Wieso machst du die Hufe auf diese Art und Weise?
‚Glaubst du etwa ich mache hier was falsch, dann kannst du es ja beim nächsten Mal selber machen. Ich denke das ich schon weiß was ich tue!‘

Und schon habe ich mich so nachhaltig einschüchtern lassen und ihm geglaubt, sodass ich jedwede Verantwortung ihm überlassen habe…
Getreu dem Motto: Er macht das schon!

Wenn du dich angesprochen fühlst, überlege heute also bitte… Stimmt es wirklich, wenn ich heute jemandem die Schuld zu schiebe? Hat der blöde Trainer so doof mit dem Pferd gearbeitet? Oder hat du es zugelassen?

 

Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Weg in eine ’neue‘ Pferdewelt.

 

Ich wünsche dir alles Gute, auf deinem Weg, bewusst, liebevoll, zu wachsen.

 

Deine Finja

 

Ps. Erst deine Eigenverantwortung schafft Gestaltungspielraum.

Einen Denkfehler, den du machst, wenn du dein Pferd motivieren willst.

Wie motiviere ich eigentlich mein Pferd….

Warum bist du heute morgen eigentlich aus dem Bett gestiegen? Ist es um einem natürlichen Grundbedürfnis nach zu gehen? 😉 Oder damit du zu einer Arbeit gehst um Geld zu verdienen? Liebst du die Anerkennung auf der Arbeit? Oder freust du dich schon auf deine Kollegen, Freunde oder deine Familie.. Was ist es bei dir?

Grob zusammengefasst sind das unsere Motivationen.. Begonnen bei deinen Grundbedürfnissen die dich am Leben erhalten, über Sicherheit.. Also dein Dach überm Kopf, bis hin zu deinen sozialen Beziehungen, der Anerkennung und als letzten Punkt deine Selbstverwirklichung.

Hast du alles schon mal gehört? Bestimmt als du die Maslowsche Bedürfnispyramide in der Schule hattest. Also nichts Neues für dich?

Großartig! Dann frage ich dich… Was sind die Motivationen deines Pferdes. Bevor du nun direkt weiterliest, nehme dir eine Minute Zeit und fühle für dich selber mal rein.

Denn etwas was ich immer wieder bei so vielen Menschen entdecke und mich nehme ich da gewiss nicht Außen vor…

A N T H R O P O M OR P H I S M U S

Schon mal gehört? Oder hast du Google schon offen ? Wenn ja, wirst du da lesen das es im Grunde um Vermenschlichung geht. Vermenschlichung von Dingen, von Tieren, sogar von Naturgewalten!

Die goldene Regel besagt sogar: Was du gerne haben möchtest, das gebe auch den Anderen. Im Negativen ist es der Spruch: Was du nicht möchtest, das man dir tu, das füg auch keinem Anderen zu! Und jetzt Pass auf! Ist sogar in der Bibel begründet! Lukas 6, 31!

Schon Urzeiten im mentalen Speicher!

Und nun komme ich und behaupte einfach das ist so nicht richtig! Überlege mal… Kann es richtig sein, deine introvertierte Freundin auf die Bühne zu schubsen, nur weil du gerne im Rampenlicht stehst? Vermisst deine Tante, wirklich den beruflichen Erfolg, den du ihr wünschst, wenn sie ihre Prioritäten auf die Familie gelegt hat?

Ich denke du bemerkst, worauf ich hinaus möchte… Es ist nicht so, dass wir uns alle auf die belegten Brötchen mit Ei am Buffet stürzten.

Im Grunde darfst du, was Liebe und Dankbarkeit angeht, um dich schmeißen, so viel du kannst und so weit wie du kannst. Alle Kreaturen verstehen das. Doch dann sind wir alle individuell.

Es geht also nicht darum das du weißt, was dir gut tut, sondern das weißt was dein Gegenüber braucht. Und da hilft einfach eine gute emotionale Intelligenz oder – ganz altmodisch – Fragen!

Wie ist es denn jetzt mit meinem Pferd? Darauf bist du immer noch nicht eingegangen, Finja…!! Stimmt. Wir nähern uns allmählich dem Thema.

Ich möchte dir eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die ich für gewöhnlich auf meinen Kursen erzähle.

Ich habe mal Jemanden kennengelernt, die ihr Pferd geliebt hat. Keine Frage! Die zwei hatten ein dicht verwobenes Band inne und glichen sich, wie ein Ei dem anderen. Das Pferd wurde über die Jahre immer älter und die Dame unserer Geschichte, beschloss nun ein junges Pferd zu adoptieren. Sie fühlte sich durch die Beziehung zu ihrem erfahrenen Lehrpferd dazu befähigt und nur wenige Wochen zogen ins Land und ein kleiner Neuankömmling wurde herzlich im Stall aufgenommen. Alles wollte sie nun richtig machen. Kaufte neue Fachbücher und versuchte ihr Wissen und ihre Techniken die sie schon konnte bei dem Jungen Pferd anzuwenden. Der junge Neuankömmling jedoch hatte andere Pläne. Er war die ganze Zeit abgelenkt. Überall waren seine Ohren und Augen gleichzeitig. Nur einen bestimmten Menschen am Ende des Seils, ließen sie dabei aus. Die vier Beine wollten nicht still stehen. Über Stangen fiel der junge Kerl fast rüber.

Die Frau überlegte sich daher, eine andere Strategie anzuwenden. Denn Plan A funktionierte offensichtlich nicht. Sie hatte tolle Erfahrungen mit Clickern gemacht. Die übrigen Tiere von ihr liebten die positive Verstärkung mit den kleinen Leckereien. Also sollte auch dieses Pferd nun in den Genuss kommen.

Doch es wollte auf Biegen und Brechen nicht den Leckerli nehmen. Es brauchte fast zwei Wochen, bis sie mich anrief und mir erzählte das ihr Pferd endlich, sogar aus der Hand fraß…

Was sind deine Gedanken dazu? Hast du den Denkfehler mitbekommen?

Mal ganz ehrlich! Hast du deinem Pferd schon mal einen Leckerli gegeben? Wenn ja, dann mal bitte deinen linken Arm hoch! Meiner war gerade auch oben…

Und ja Futterlob, hier in Kombination vom Clickern ist definitiv eine Möglichkeit dein Pferd zu motivieren. Doch es ist nur E I N E! Und genau das wurde hier übersehen. Die Dame war so in ihrem Wissen und ihren Erfahrungen, die sie ihrem Pferd überstülpte, dass sie das Pferd gar nicht mehr WAHR NAHM.

Hätte sie nur einmal fühlen können, wie sich der junge Kerl fühlt, hätte sie bemerkt, das ihn eine ganz andere Motivation bewegt hat als das Futter. Er war an einem neuen Ort, ohne seine Pferdekumpels. Alle Gerüche waren neu. Die Energie anders. Noch kein sicheres Mitglied der schützenden Herde und ein Mensch der seine Bedürfnisse nicht verstehen konnte.

Sein Thema war die Sicherheit – sein Überleben!

Und wenn ich gerade Angst habe, denke ich nicht an Ratatouille. Vielleicht kennst du auch das Gefühl, wenn du solch eine Furcht hast, das dir ganz flau im Magen wird? Nein du möchtest kein Clickerli! Noch nicht.

Sie hätte ihm nur Sicherheit geben dürfen. Es gibt viele Möglichkeiten, wie man es macht und die Aufgabe besteht darin, die richtige Möglichkeit für dich und dein Pferd zu finden. Du kannst ganz Pferdeflüsterer, Ostwind & Co. Mäßig, dich zu deinem Pferd setzen oder stellen und nur beobachten und fühlen was in deinem Körper vorgeht und wie sich dein Pferd dabei verändert. Du könntest es am Seil nehmen und im (neu) bekannten Umfeld eine leichte Aufgabe wiederholen, bis es sich entspannen kann. Und auch hier wieder – frage dein Pferd was leicht für es ist! Wenn du dich zurück an die Geschichte erinnerst, bemerkst du wie schwer es diesem Jungspund gefallen ist, seine Beine anzuhalten. Sie liefen und liefen und liefen! Was ist also vielleicht für uns Menschen leicht, für ihn aber keines Falls? STILLSTEHEN!

Eine gemeinsame Führaufgabe wäre vielleicht das Mittel der Wahl gewesen.

Wenn das Pferd Vertrauen gewonnen hat, dass es sicher ist. Dann braucht es Komfort. Die Beine können schon manchmal Pausen machen. Es wird vermehrt zum Energiesparer. Genau wie seine wilden Verwandten in den Steppen.

Wir haben also schon drei Motivationen gesammelt: Sicherheit, Komfort und Futter. Was gibt es noch? Das Pferd möchte spielen. Kannst du dich dran erinnern, wann du das letzte Mal deine Pferde auf der Weide oder auf dem Paddock hast spielen gesehen? Vielleicht sind sie um die Wette gerannt oder haben gerangelt? Wenn Pferde alles wichtige zum Überleben haben, dann kommt der Spieltrieb raus. Das sind die Pferde die schon beim Misten mithelfen wollen und dir die Schaufel klauen, dann fast mit raus zum Tor kommen und wenn du dir dann endlich ein Halfter schnappst um sie mitzunehmen, erst einmal darauf herumkauen müssen. Auf dem Platz angekommen. Wird jedes Hütchen beschnuppert und ins Maul genommen. Stangen nicht nur überschritten, sondern wie ein Ball weiter gekickt oder der Huf steht AUF der Stange.

Über all dem steht meiner Meinung nach auch noch die soziale Beziehung zum Menschen. Denn Pferde sind sehr soziale Wesen und können viel mehr, als ihren Instinkten und Trieben ausgesetzt zu sein. Und genau dafür bist du ja hier. Um die Bindung zu deinem Pferd zu stärken, es wahrzunehmen wie es ist und nicht wie du bist und um es zu stärken in eurer unendlichen Kraft.

Ich wünsche dir alles Gute, auf deinem Weg bewusst, liebevoll zu wachsen.

Deine Finja

Ps. Gib deinem Pferd nicht die Schuld.. – DU hast es gekauft!;)

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