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Einen Denkfehler, den du machst, wenn du dein Pferd motivieren willst.

Wie motiviere ich eigentlich mein Pferd….

Warum bist du heute morgen eigentlich aus dem Bett gestiegen? Ist es um einem natürlichen Grundbedürfnis nach zu gehen? 😉 Oder damit du zu einer Arbeit gehst um Geld zu verdienen? Liebst du die Anerkennung auf der Arbeit? Oder freust du dich schon auf deine Kollegen, Freunde oder deine Familie.. Was ist es bei dir?

Grob zusammengefasst sind das unsere Motivationen.. Begonnen bei deinen Grundbedürfnissen die dich am Leben erhalten, über Sicherheit.. Also dein Dach überm Kopf, bis hin zu deinen sozialen Beziehungen, der Anerkennung und als letzten Punkt deine Selbstverwirklichung.

Hast du alles schon mal gehört? Bestimmt als du die Maslowsche Bedürfnispyramide in der Schule hattest. Also nichts Neues für dich?

Großartig! Dann frage ich dich… Was sind die Motivationen deines Pferdes. Bevor du nun direkt weiterliest, nehme dir eine Minute Zeit und fühle für dich selber mal rein.

Denn etwas was ich immer wieder bei so vielen Menschen entdecke und mich nehme ich da gewiss nicht Außen vor…

A N T H R O P O M OR P H I S M U S

Schon mal gehört? Oder hast du Google schon offen ? Wenn ja, wirst du da lesen das es im Grunde um Vermenschlichung geht. Vermenschlichung von Dingen, von Tieren, sogar von Naturgewalten!

Die goldene Regel besagt sogar: Was du gerne haben möchtest, das gebe auch den Anderen. Im Negativen ist es der Spruch: Was du nicht möchtest, das man dir tu, das füg auch keinem Anderen zu! Und jetzt Pass auf! Ist sogar in der Bibel begründet! Lukas 6, 31!

Schon Urzeiten im mentalen Speicher!

Und nun komme ich und behaupte einfach das ist so nicht richtig! Überlege mal… Kann es richtig sein, deine introvertierte Freundin auf die Bühne zu schubsen, nur weil du gerne im Rampenlicht stehst? Vermisst deine Tante, wirklich den beruflichen Erfolg, den du ihr wünschst, wenn sie ihre Prioritäten auf die Familie gelegt hat?

Ich denke du bemerkst, worauf ich hinaus möchte… Es ist nicht so, dass wir uns alle auf die belegten Brötchen mit Ei am Buffet stürzten.

Im Grunde darfst du, was Liebe und Dankbarkeit angeht, um dich schmeißen, so viel du kannst und so weit wie du kannst. Alle Kreaturen verstehen das. Doch dann sind wir alle individuell.

Es geht also nicht darum das du weißt, was dir gut tut, sondern das weißt was dein Gegenüber braucht. Und da hilft einfach eine gute emotionale Intelligenz oder – ganz altmodisch – Fragen!

Wie ist es denn jetzt mit meinem Pferd? Darauf bist du immer noch nicht eingegangen, Finja…!! Stimmt. Wir nähern uns allmählich dem Thema.

Ich möchte dir eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die ich für gewöhnlich auf meinen Kursen erzähle.

Ich habe mal Jemanden kennengelernt, die ihr Pferd geliebt hat. Keine Frage! Die zwei hatten ein dicht verwobenes Band inne und glichen sich, wie ein Ei dem anderen. Das Pferd wurde über die Jahre immer älter und die Dame unserer Geschichte, beschloss nun ein junges Pferd zu adoptieren. Sie fühlte sich durch die Beziehung zu ihrem erfahrenen Lehrpferd dazu befähigt und nur wenige Wochen zogen ins Land und ein kleiner Neuankömmling wurde herzlich im Stall aufgenommen. Alles wollte sie nun richtig machen. Kaufte neue Fachbücher und versuchte ihr Wissen und ihre Techniken die sie schon konnte bei dem Jungen Pferd anzuwenden. Der junge Neuankömmling jedoch hatte andere Pläne. Er war die ganze Zeit abgelenkt. Überall waren seine Ohren und Augen gleichzeitig. Nur einen bestimmten Menschen am Ende des Seils, ließen sie dabei aus. Die vier Beine wollten nicht still stehen. Über Stangen fiel der junge Kerl fast rüber.

Die Frau überlegte sich daher, eine andere Strategie anzuwenden. Denn Plan A funktionierte offensichtlich nicht. Sie hatte tolle Erfahrungen mit Clickern gemacht. Die übrigen Tiere von ihr liebten die positive Verstärkung mit den kleinen Leckereien. Also sollte auch dieses Pferd nun in den Genuss kommen.

Doch es wollte auf Biegen und Brechen nicht den Leckerli nehmen. Es brauchte fast zwei Wochen, bis sie mich anrief und mir erzählte das ihr Pferd endlich, sogar aus der Hand fraß…

Was sind deine Gedanken dazu? Hast du den Denkfehler mitbekommen?

Mal ganz ehrlich! Hast du deinem Pferd schon mal einen Leckerli gegeben? Wenn ja, dann mal bitte deinen linken Arm hoch! Meiner war gerade auch oben…

Und ja Futterlob, hier in Kombination vom Clickern ist definitiv eine Möglichkeit dein Pferd zu motivieren. Doch es ist nur E I N E! Und genau das wurde hier übersehen. Die Dame war so in ihrem Wissen und ihren Erfahrungen, die sie ihrem Pferd überstülpte, dass sie das Pferd gar nicht mehr WAHR NAHM.

Hätte sie nur einmal fühlen können, wie sich der junge Kerl fühlt, hätte sie bemerkt, das ihn eine ganz andere Motivation bewegt hat als das Futter. Er war an einem neuen Ort, ohne seine Pferdekumpels. Alle Gerüche waren neu. Die Energie anders. Noch kein sicheres Mitglied der schützenden Herde und ein Mensch der seine Bedürfnisse nicht verstehen konnte.

Sein Thema war die Sicherheit – sein Überleben!

Und wenn ich gerade Angst habe, denke ich nicht an Ratatouille. Vielleicht kennst du auch das Gefühl, wenn du solch eine Furcht hast, das dir ganz flau im Magen wird? Nein du möchtest kein Clickerli! Noch nicht.

Sie hätte ihm nur Sicherheit geben dürfen. Es gibt viele Möglichkeiten, wie man es macht und die Aufgabe besteht darin, die richtige Möglichkeit für dich und dein Pferd zu finden. Du kannst ganz Pferdeflüsterer, Ostwind & Co. Mäßig, dich zu deinem Pferd setzen oder stellen und nur beobachten und fühlen was in deinem Körper vorgeht und wie sich dein Pferd dabei verändert. Du könntest es am Seil nehmen und im (neu) bekannten Umfeld eine leichte Aufgabe wiederholen, bis es sich entspannen kann. Und auch hier wieder – frage dein Pferd was leicht für es ist! Wenn du dich zurück an die Geschichte erinnerst, bemerkst du wie schwer es diesem Jungspund gefallen ist, seine Beine anzuhalten. Sie liefen und liefen und liefen! Was ist also vielleicht für uns Menschen leicht, für ihn aber keines Falls? STILLSTEHEN!

Eine gemeinsame Führaufgabe wäre vielleicht das Mittel der Wahl gewesen.

Wenn das Pferd Vertrauen gewonnen hat, dass es sicher ist. Dann braucht es Komfort. Die Beine können schon manchmal Pausen machen. Es wird vermehrt zum Energiesparer. Genau wie seine wilden Verwandten in den Steppen.

Wir haben also schon drei Motivationen gesammelt: Sicherheit, Komfort und Futter. Was gibt es noch? Das Pferd möchte spielen. Kannst du dich dran erinnern, wann du das letzte Mal deine Pferde auf der Weide oder auf dem Paddock hast spielen gesehen? Vielleicht sind sie um die Wette gerannt oder haben gerangelt? Wenn Pferde alles wichtige zum Überleben haben, dann kommt der Spieltrieb raus. Das sind die Pferde die schon beim Misten mithelfen wollen und dir die Schaufel klauen, dann fast mit raus zum Tor kommen und wenn du dir dann endlich ein Halfter schnappst um sie mitzunehmen, erst einmal darauf herumkauen müssen. Auf dem Platz angekommen. Wird jedes Hütchen beschnuppert und ins Maul genommen. Stangen nicht nur überschritten, sondern wie ein Ball weiter gekickt oder der Huf steht AUF der Stange.

Über all dem steht meiner Meinung nach auch noch die soziale Beziehung zum Menschen. Denn Pferde sind sehr soziale Wesen und können viel mehr, als ihren Instinkten und Trieben ausgesetzt zu sein. Und genau dafür bist du ja hier. Um die Bindung zu deinem Pferd zu stärken, es wahrzunehmen wie es ist und nicht wie du bist und um es zu stärken in eurer unendlichen Kraft.

Ich wünsche dir alles Gute, auf deinem Weg bewusst, liebevoll zu wachsen.

Deine Finja

Ps. Gib deinem Pferd nicht die Schuld.. – DU hast es gekauft!;)

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